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Alters-Demenz

Diabetiker trifft es früher

Patienten mit Diabetes erkranken gut zwei Jahre früher an einer Demenz als Nicht-Diabetiker. Die Überlebenszeit der Betroffenen nach der Demenzdiagnose ist ebenfalls verkürzt.

Von Beate Schumacher Veröffentlicht:
Das Risiko für vaskuläre Demenz ist bei Diabetes besonders stark erhöht: Je länger die Diabetesdauer, desto früher erkranken Betroffene daran.

Das Risiko für vaskuläre Demenz ist bei Diabetes besonders stark erhöht: Je länger die Diabetesdauer, desto früher erkranken Betroffene daran.

© Oliver Berg / dpa

PERTH. Diabetes mellitus ist ein etablierter Risikofaktor für eine Demenzerkrankung. In Bezug auf die vaskuläre Demenz wird der Zusammenhang von mehreren Studien einstimmig hergestellt, in Bezug auf die Alzheimer-Demenz ist die Datenlage weniger einheitlich.

Eine bevölkerungsbasierte Studie aus Australien bestätigt nun, dass beide Demenzformen bei Patienten mit Diabetes zu einem früheren Zeitpunkt auftreten als bei Patienten ohne Diabetes (American Journal of Epidemiology 2013, online 28. März).

Danach entwickelt sich eine vaskuläre Demenz im Schnitt fast drei Jahre und eine Alzheimer-Demenz gut ein Jahr früher als bei stoffwechselgesunden Personen.

Um herauszufinden, wie ein Diabetes mellitus den Beginn und die Prognose einer Demenz-Erkrankung beeinflusst, hatten Ärzte um Dr. Renate Zilkens von der Universität Perth retrospektiv die Daten von 25.000 Bewohnern Westaustraliens, die zwischen 1990 und 2005 eine Demenzdiagnose erhalten hatten, unter die Lupe genommen.

Von den Patienten - sie waren zu 40 Prozent Männer und im Mittel 82 Jahre alt - litten 43 Prozent an einem Morbus Alzheimer und 10 Prozent an einer vaskulären Demenz, bei den übrigen Studienteilnehmern war der Demenztyp nicht spezifiziert.

Risiko korreliert mit Diabetes-Dauer

Bei 17,3 Prozent aller Patienten bestand vor der Demenzerkrankung ein Diabetes. Von den Patienten, die schon vor dem 75. Lebensjahr eine Demenz entwickelt hatten, war sogar fast jeder vierte Betroffene diabeteskrank.

Insgesamt waren Diabetiker im Durchschnitt 2,2 Jahre jünger, wenn die Demenz festgestellt wurde. Die Assoziation zwischen Diabetes und frühem kognitivem Verlust blieb auch dann erhalten, wenn andere Risikofaktoren für eine Demenz berücksichtigt wurden.

Das Risiko korrelierte mit der Dauer des Diabetes und war deutlicher ausgeprägt bei der vaskulären Demenz: Sie trat bei Studienteilnehmern, die seit mindestens 15 Jahren an Diabetes litten, im Mittel 5,7 Jahre früher auf als bei Studienteilnehmern ohne Diabetes.

Knapp drei Viertel der demenzkranken Patienten starben im Beobachtungszeitraum. Bei Diabetikern trat der Tod durchschnittlich 2,6 Jahre früher ein als bei Nicht-Diabetikern. Bei Patienten, die schon in relativ jungen Jahren eine Demenz entwickelt hatten, wurde die Überlebenszeit durch einen Diabetes am stärksten verkürzt.

Inwieweit die höhere Mortalität durch einen rascheren geistigen Verfall oder durch andere Begleitumstände bei Diabetes bedingt ist, lässt sich anhand der Daten allerdings nicht entscheiden.

Informationen der AG Diabetes und Geriatrie unter www.diabetes-im-alter.de

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Kommentare
Egon Manhold 24.04.201315:50 Uhr

Und wieder einmal ergibt sich

für mich die Frage, trifft das auf Menschen mit T1-Diabetes, mit T2-Diabetes oder auf beide Gruppen zu?

Warum ist es für den/die Autoren nicht nötig/nicht möglich diese Differenzierung grundsätzlich in ihre Arbeiten hinein zu schreiben?!

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