Ärzte Zeitung online, 22.10.2013

Tipp für Diabetiker

Hauptmahlzeit zum Frühstück

Milch, Lachs und Thunfisch zum Frühstück: Für Typ-2-Diabetiker ist es offenbar besser, wenn sie ihre Hauptmahlzeit schon morgens zu sich nehmen. Das berichten Forscher aus Israel.

Von Sarah L. Pampel

Hauptmahlzeit zum Frühstück

Typ-2-Diabetiker sollten proteinbetont frühstücken - zum Beispiel mit Milch und Käse.

© Teamarbeit / fotolia.com

BARCELONA. Unregelmäßiges Frühstücken erhöht nach Studiendaten das Risiko für Adipositas, Typ-2-Diabetes und Hypertonie.

Wer die Hauptkalorienmenge morgens statt abends verzehrt, kann auch leichter abnehmen, wie Professor Daniela Jakubowicz von der Universität Tel Aviv berichtet hat: "Schlanke Frauen können zudem ihre Insulinresistenz vermindern, wenn sie bei gleicher Gesamtkalorienmenge das meiste morgens essen."

Die Forscher haben deshalb untersucht, ob sich diese Effekte auch bei Typ-2-Diabetikern erzielen lassen, so Jakubowicz.

Bei der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) haben sie und ihre Kollegen die Ergebnisse einer offenen randomisierten Studie mit 59 Patienten auf einem Poster vorgestellt. 47 der Teilnehmer hatten die 13-wöchige Untersuchung beendet.

Die übergewichtigen oder adipösen Patienten wurden für die Untersuchung zu etwa gleichen Teilen einer Gruppe mit großem (GF) oder mit kleinem Frühstück (KF) zugeordnet. Die Diät war in beiden Gruppen in gleichem Maße leicht hypokalorisch.

Die Gesamtkalorienmenge war prozentual auf drei Mahlzeiten am Tag verteilt, und zwar in der GF-Gruppe 33-25-25, in der KF-Gruppe 13-33-33.

Außerdem war die Energiemenge des Frühstücks aus Protein, Fett und Kohlenhydraten mit maximal 30-37-48 Prozent in der GF-Gruppe proteinbetont und in der KF-Gruppe mit maximal 18-22-70 Prozent kohlenhydratbetont.

Jeder dritte Gutfrühstücker brauchte weniger Antidiabetika

Am Ende der Beobachungszeit hatten sich in der GF-Gruppe im Vergleich zur KF-Gruppe (nach Adjustierung) die mittleren Werte von systolischem Blutdruck, HbA1c-Wert, und Blutglukose sowie Nüchternzucker signifkant verringert.

Der Unterschied machte beim Blutdruck im Mittel etwa 7 mmHg, beim HbA1c etwa 0,3 Prozentpunkte und bei der mittleren Glukose etwa 9 mg/dl aus.

In der GF-Gruppe konnte bei 31 Prozent, also 9 Patienten, die Dosis der Antidiabetika reduziert werden, eine Erhöhung brauchte nur ein Teilnehmer.

Dagegen kam es in der KF-Gruppe bei fast 17 Prozent, 5 Patienten, zu einer Dosissteigerung, ansonsten blieben die Dosierungen gleich.

Zudem war das Hungergefühl bei den Patienten mit der Hauptmahlzeit am Morgen im Verlauf des Tages geringer.

Bei der Gewichtsabnahme gab es keinen signifikanten Unterschied, er lag in beiden Gruppen bei etwa 2 kg mit einem leichten Vorteil in der GF-Gruppe.

Patienten sollten Bedeutung des Frühstücks kennen

Als mögliche Ursache für den Blutdruckabfall nannte Jakubowicz eine Verbesserung der Insulinsensitivität mit konsekutiv verringerter Insulinsekretion, was sich positiv auf das adrenerge System auswirken kann.

Dieser Effekt sei bei einer proteinreichen Mahlzeit am Morgen besonders ausgeprägt. Daher sei es wichtig, Diabetespatienten auf die Bedeutung des Frühstücks hinzuweisen und sie dazu zu ermuntern.

Als Proteinquelle nannte sie Milch, Thunfisch, Lachs und Käse. Auch Süßigkeiten wie Kekse oder Kuchen würden vom Insulinstoffwechsel am Morgen besser toleriert als am Abend.

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