Diabetes

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Modul: Strategien zur Gewichtsreduktion bei Typ-2-Diabetes

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Ärzte Zeitung App, 03.03.2014

GEDA-Studie

Armutsregionen als Diabetes-Risiko

Niedriges Einkommen in einer Region, hohe Arbeitslosigkeit und ein desolates Wohnumfeld sind Risikofaktoren für Diabetes und Adipositas. Gefährdet sind selbst die Menschen, denen es gut geht.

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Platte: Ein schlechtes Omen?

© kallejipp / shotshop.com

BERLIN. Wer in Deutschland in einer sozioökonomisch benachteiligten Region lebt, hat ein erhöhtes Risiko für Diabetes und Adipositas.

Die Erkrankungsgefahr ist bei den Bewohnern solcher Regionen auch unabhängig vom individuellen Sozialstatus erhöht, berichten Wissenschaftler vom Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen (IGM) am Helmholtz Zentrum München (HMGU) und der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin (PLOS one 2014; online 27. Februar).

Die Autorengruppe hat Daten von bundesweit über 33.000 Personen im Alter ab 30 Jahren ausgewertet. Die Probanden hatten 2009 und 2010 an den telefonischen Gesundheitsbefragungen "Gesundheit in Deutschland Aktuell (GEDA)" des RKI teilgenommen.

In sozioökonomisch benachteiligten Regionen leiden die Bewohner überdurchschnittlich häufig an Diabetes und Übergewicht, berichten die Institutionen in einer Mitteilung. Die "regionale Deprivation" wurde dabei anhand des "German Index of Multiple Deprivation" (GIMD) ermittelt.

In definierten Gebieten werden hierfür regional verfügbare Informationen zu Einkommen, Beschäftigung, Bildung, kommunalen Einnahmen, Sozialkapital, Umwelt und Sicherheit ausgewertet.

Die einzelnen Regionen wurden dabei anonymisiert. Einbezogen in die Analyse wurden zudem individuelle Risikofaktoren, wie Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Rauchen, Bewegung, Bildung und Leben in einer Partnerschaft.

Das Ergebnis: In den Regionen mit der höchsten Benachteiligungs-Kategorie (Deprivation) lag die Häufigkeit eines Typ-2-Diabetes bei 8,6 Prozent der Befragten und für Adipositas bei 16,9 Prozent, im Vergleich zu 5,8 und 13,7 Prozent der Befragten in nur wenig deprivierten Regionen.

Die Forscher haben zudem Unterschiede in den individuellen Faktoren überprüft. Demnach hatten Männer und Frauen in den Gebieten mit der höchsten Deprivation im Vergleich zu den am wenigsten benachteiligten Gebieten noch eine um rund 20 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit für Typ-2-Diabetes. Für Adipositas war dieses Risiko im Vergleich sogar um fast 30 Prozent erhöht.

Hohe regionale Deprivation war insbesondere bei Frauen ein unabhängiger Einflussfaktor für Diabetes und Adipositas. Bei Männern wurde ein statistisch signifikanter und unabhängiger Zusammenhang nur für Adipositas, nicht aber für Diabetes nachgewiesen.

Bisherige Untersuchungen zu regionalen Faktoren im Zusammenhang mit Diabetes und Adipositas waren unbefriedigend, so die Forscher. So sei etwa der individuelle sozioökonomische Status verfälscht gewesen oder man habe nur regional begrenzte oder nicht aus Deutschland stammende Daten verwendet.

"Räumliche Risikofaktoren sind ein wichtiger Ansatzpunkt, um regionalspezifische, effektive Präventionsmaßnahmen zu erarbeiten", wird der federführende Autor der Studie, Werner Maier vom HMGU, in der Mitteilung zitiert.

Von Diabetes mellitus sind nach Ergebnissen des bundesweiten Gesundheitsmonitorings deutschlandweit aktuell rund sechs Millionen Personen über 18 Jahre betroffen, an Adipositas leiden sogar mehr als doppelt so viele Erwachsene. (eis)

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