Ärzte Zeitung, 30.06.2014

Diabetes

So sind Insulin-Injektionen weniger schmerzhaft

Kleine Volumina und in den Bauch: Auf diese Weise sind subkutane Insulin-Injektionen für Patienten am wenigsten unangenehm.

NEUSS. Welche Faktoren verursachen die meisten Schmerzen bei Insulininjektionen? Das haben deutsche und dänische Mediziner nun in einer kontrollierten Studie untersucht (Diab Obes Metabolism 2014, online 11. Mai).

Beteiligt waren 82 Diabetiker, die sich zu Studienzwecken Kochsalzlösung spritzten. Mit einer programmierbaren Spritzenpumpe wurden je 400, 800, 1200 oder 1600 μl mit Geschwindigkeiten von 150, 300 oder 450 μl / s subkutan injiziert.

Jeder Patient bekam 17 Injektionen, davon zwölf (alle möglichen Kombinationen!) in den Bauch und fünf in den Oberschenkel. Zudem wurde ohne Injektion je zweimal in den Bauch und in den Oberschenkel gestochen. Danach mussten die Patienten ihre Schmerzen auf der visuellen Analogskala (VAS) von 0 (kein Schmerz) bis 100 (stärkste Schmerzen) angeben.

Bei den meisten Injektionen wurden Schmerzen im unteren VAS-Bereich angegeben. Die Injektions-Geschwindigkeit hatte keinen Einfluss auf die Schmerzstärke. Injektionsvolumina ab 1200 μl waren dagegen im Vergleich mit kleineren Mengen mit signifikant stärkeren Schmerzen verbunden (VAS-Differenzen 3,5 bis 7,2 mm).

Spritzen in den Oberschenkel wurden als schmerzhafter empfunden als Spritzen in den Bauch (mittlere Differenz 9,0 mm). 92 Prozent der Probanden bezeichneten Injektion in den Bauch als "akzeptabel", aber nur 79 Prozent Injektionen in den Oberschenkel.

Die Ergebnisse stehen im Einklang mit früheren Studien, so Dr. Tim Heise vom beteiligten Profil Institut für Stoffwechselforschung in Neuss. Um Schmerzen zu reduzieren, erscheint es sinnvoll, möglichst in den Bauch zu injizieren sowie Formulierungen und Konzentrationen so zu wählen, die mit relativ kleinen Injektions-Volumina auskommen. (bs)

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