Ärzte Zeitung, 20.10.2014

Studie

Stimulation des Rückenmarks lindert Neuropathieschmerz

Diabetiker mit therapierefraktärer peripherer Neuropathie können offenbar von elektrischer Rückenmarksstimulation profitieren.

DÜSSELDORF. Wie wirkt sich die elektrische Stimulation der Hinterstrangbahnen des Rückenmarks bei diabetesbedingten peripher-neuropathischen Schmerzen aus?

Das hat ein Team mit dem Neurochirurgen Professor Jan Vesper von der Universität Düsseldorf bei 60 Patienten untersucht (Pain 2014, online 29. August).

Gruppe 1 (40 Patienten) erhielt außer konventioneller Therapie - sofern die Probephase mit externen Impulsen erfolgreich verlief - eine epidurale elektrische Rückenmarksstimulation mit dauerhaft implantiertem Impulsgeber.

Die Elektrodenposition wurde so angepasst, dass sich Schmerz- und Parästhesiegebiet überlappten, im Allgemeinen lag sie in der Mittellinie auf einer Höhe zwischen T9 und T12. Gruppe 2 (20 Patienten) bekam eine konventionelle Therapie aber keine Stimulation.

Bei drei Patienten misslang der Testlauf der Stimulation, sie schieden aus. Ein Patient sprang ab. Die übrigen 36 Angehörigen von Gruppe 1 absolvierten die sechsmonatige Nachbeobachtungsphase.

Die Schmerzen wurden mit einer visuellen Analogskala mit 100 Punkten für maximalen Schmerz gemessen. Vor Beginn der Studie lag der Wert in Gruppe 1 bei 73, in Gruppe 2 bei 67 Punkten.

Nach sechs Monaten ergaben sich 31 Punkte (Gruppe 1) und unverändert 67 Punkte (Gruppe 2). Das mittlere Schmerzniveau war nach elektrischer Stimulierung also um 58 Prozent gesunken.

Die Komplikationsraten der Rückenmarkstimulation sind in der Literatur mit 8 Prozent für Infektionen und 30 Prozent für Probleme mit der Elektrode angegeben.

In der Studie wurden die Quoten unterschritten mit Infektionen bei 3 Prozent der Patienten und Elektrodenkomplikationen bei 8 Prozent der Patienten. (rb)

[20.10.2014, 06:46:16]
Dr. Christian Wille 
Fremde Federn?
Ich bitte die Autoren oder den Autor des Artikels um Richtigstellung und präzise Zuordnung der dem zitierten Artikel zugrunde liegenden Arbeitsleistung. Die Studie wurde nicht von Prof. Vesper an der Uniklinik Düsseldorf an 60 Patienten durchgeführt. Bei dieser Studie handelt es sich um eine multizentrische Arbeit initiiert und geleitet von Frau de Vos aus Enschede, Niederlande. Die Universitätsklinik Düsseldorf hat lediglich 2 Patienten zu dieser Arbeit beigetragen. Diese wurden zudem nicht von Herrn Prof. Vesper rekrutiert, versorgt und betreut, sondern durch meine Person. Die Zuordnung von Autorenschaften des entsprechenden Artikels möchte ich hier nicht weiter hinterfragen.
Dr. C. Wille
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