E-Health

Diabetologie ist wie geschaffen für den Einsatz von KI

Die Diabetologie ist prädestiniert für den Einsatz von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz. Davon ist die Deutsche Diabetesgesellschaft überzeugt.

Anke ThomasVon Anke Thomas Veröffentlicht:

HAAR. Die digitale Erfassung und Auswertung von Daten bietet gerade in der Diabetologie große Chancen, so Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Die Daten könnten nicht nur eine sektorenübergreifende Forschung verbessern helfen, sondern Informationen könnten im Idealfall jederzeit, bedarfsgerecht und zeitgenau Ärzten, Kliniken, Rehaeinrichtungen etc. zur Verfügung stehen, erläuterte Bitzer auf dem MSD-Workshop: "Wer versorgt in Zukunft den Patienten? Arzt und/oder Algorithmus?" im Rahmen des MSD-Gesundheitsforums 2018 in Haar.

Dadurch, dass allen Beteiligten die Daten des Patienten zur Verfügung stünden, würden unnütze Doppeluntersuchungen vermieden, Ärzte und Pfleger könnten so Zeit gewinnen, für die eigentliche ärztliche und pflegerische Versorgung.

"Wir sind überzeugt davon, dass sich dank Digitalisierung die Transparenz von Prozess- und Ergebnisqualität verbessern werden", so Bitzer. Bereits jetzt stellte die DDG fest, dass die Patienten immer informierter seien und die Therapieadhärenz sich dadurch verbessert. Ziel sei auch, irgendwann einmal ein Diabetesdatenregister aufzubauen.

Um einen ethisch basierten Handlungsrahmen festzulegen, hat die DDG einen fünfzehnseitigen "Code of Conduct Digital Health der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zur digitalen Transformation" festgeschrieben.

Das Papier wurde auf Basis medizinischer Standards entworfen und dient Ärzten, Diabetesberatern - aber auch etwa der Politik - einen Handlungsrahmen, der sich auch weiterentwickeln soll, erläutert Bitzer.

Inhaltlich beschäftigt sich das Papier zum Beispiel mit den Themen "Datenschutz und Informationssicherheit, um Patienten einerseits vor möglichem Missbrauch ihrer Daten zu schützen, andererseits der Forschung entsprechend wichtige Daten bereitstellen zu können.

Dies könne zum Beispiel über eine "Datenspende" geschehen. Wichtig ist dabei immer das aktive Einverständnis des Patienten.

Clinical Decision Support (CDS)-Systeme müssen, so eine weitere Forderung der DDG, insbesondere wenn sie den Behandlungspfad in medizinischer Hinsicht beeinflussen, entsprechend evaluiert und geprüft werden.

Insgesamt vertritt die Deutsche Diabetes Gesellschaft die Auffassung: Die Digitalisierung bietet große Chancen. Aber gleichzeitig müssen zum Beispiel auch bei Algorithmus basierten Therapieempfehlungen Verbraucher unbedingt vor falschen Versprechen geschützt werden. Die ärztliche Verantwortung für die Behandlung eines Patienten ist nicht durch digitale Technik ersetzbar, ist die DDG überzeugt.

Code of Conduct der DDG

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Neuer GLP-1-Rezeptoragonist

Orforglipron: Bekommt Semaglutid jetzt Konkurrenz?

Seltene, aber schwere Nebenwirkung

NSAR und Metformin: eine gefährliche Kombination

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Abb. 1: Studie DECLARE-TIMI 58: primärer Endpunkt „kardiovaskulärer Tod oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz“ in der Gesamtkohorte

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [4]

Diabetes mellitus Typ 2

Diabetes mellitus Typ 2 Präventiv statt reaktiv: Bei Typ-2-Diabetes mit Risikokonstellation Folgeerkrankungen verhindern

Sonderbericht | Beauftragt und finanziert durch: AstraZeneca GmbH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann