Ärzte Zeitung, 20.01.2004

Antivirale Herpes-Therapie schützt Partner

Valaciclovir reduziert Übertragungsrate von Herpes-simplex-Virus Typ 2

SEATTLE (gwa). Menschen mit Herpes-genitalis, die täglich 500 mg Valaciclovir einnehmen, können ihre Partner vor Ansteckung schützen. Außerdem wird mit dieser Therapie die Rate von Rezidiven bei den bereits Infizierten signifikant reduziert.

Das ergab eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie über acht Monate mit 1484 Paaren. Gemacht haben die Studie Dr. Lawrence Corey von der Universität in Seattle im US-Staat Washington und seinen Kollegen.

Einer der Partner jeden Paares mußte Herpes genitalis (Herpes-simplex-Virus Typ 2, HSV-2) haben, der andere mußte HSV-2-negativ sein. Die Paare wurden über sichere Sexualpraktiken wie das Benutzen von Kondomen informiert. Die infizierten Partner wurden per Los entweder der Verum-Gruppe zugeteilt und erhielten einmal täglich 500 mg Valaciclovir (in Deutschland Valtrex® S), oder sie bekamen Placebo (NEJM 350, 2004, 11).

Ergebnis: Symptomatische Neuinfektionen mit HSV-2 wurden bei vier (etwa 0,5 Prozent) von 743 zuvor negativen Partnern in der Verum-Gruppe, dagegen bei 16 (2,2 Prozent) von 741 in der Placebo-Gruppe nachgewiesen. Bei 14 zuvor negativen Probanden der Verum-Gruppe wurden neu HSV-2-Virusmaterial oder Antikörper nachgewiesen, in der Placebo-Gruppe waren es 27, das sind 1,9 versus 3,6 Prozent. Beide Unterschiede waren signifikant.

Auch die zu Studienbeginn bereits infizierten Probanden profitierten signifikant von der Therapie: Die Rezidivrate lag in der Verum-Gruppe bei 0,1 pro Monat, mit Placebo bei 0,4. Aufgrund dieser Ergebnisse hat die US-amerikanische Behörde FDA das Präparat auch zur Prävention von HSV-2-Übertragungen zugelassen.

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