Ärzte Zeitung, 10.03.2004

Minoxidil gibt’s nun speziell für Frauen

Arznei gegen anlagebedingten Haarausfall als zweiprozentige Lösung / Sichtbar dichteres Haar nach drei Monaten

HAMBURG (grue). Jetzt gibt es den Wirkstoff Minoxidil auch als zweiprozentige Lösung zur Therapie von Frauen mit anlagebedingtem Haarausfall. Für Männer ist weiterhin die fünfprozentige Minoxidil-Lösung verfügbar. Die zweiprozentige Lösung wird vom Unternehmen Pfizer Consumer Healthcare als Regaine® Frauen angeboten.

Das verschreibungspflichtige Präparat wird zweimal täglich auf die Kopfhaut im Bereich des Haarausfalls aufgetragen. Es gibt drei verschiedene Applikatoren, die mitgeliefert werden. Damit können größere Partien, aber auch kleine lichte Stellen unter der Frisur behandelt werden.

In kontrollierten Studien über acht Monate sprachen 80 Prozent der Frauen mit androgenetischer Alopezie auf die Behandlung mit Minoxidil an. Im Mittel nahm die Zahl der Haare um ein Drittel zu und das Haargewicht stieg um 43 Prozent. Eine höher als zweiprozentig konzentrierte Lösung wirkte dabei nicht stärker. Minoxidil erweitert die Blutgefäße an der Haarwurzel und verbessert so den Stoffwechsel in den haarbildenden Zellen.

"Der Haarausfall wird gestoppt und die Haare wachsen kräftiger nach", sagte Professor Ulrike Blume-Peytavi von der Charité in Berlin. Unerwünschte Effekt treten bei der niedrigkonzentrierten Lösung praktisch nicht auf, auch Effekte auf den Blutdruck sind nicht zu erwarten.

Die Dermatologin rät, Minoxidil schon bei ersten Zeichen einer androgenetischen Alopezie aufzutragen und die Therapie konsequent fortzuführen. Der Haarausfall werde rasch gestoppt; sichtbar dichteres Haar habe etwa ein Drittel der Patienten nach drei bis sechs Monaten. "Bei anlagebedingtem Haarausfall ist Minoxidil das Mittel der ersten Wahl", so Blume-Peytavi.

Eine systemische Therapie mit Anti-Androgenen aus Antibabypillen sei bei dieser Form des Haarausfalls weniger effektiv und nicht zugelassen. Sie sollte nur bei nachgewiesenem Androgenüberschuß verordnet werden. Auch topische Östrogene hielten genetisch bedingten Haarausfall kaum auf.

Die Behandlung mit Minoxidil wird von gesetzlichen Krankenkassen nicht erstattet, kann aber als IGeL angeboten werden. Die Drei-Monats-Packung kostet 39, 39 Euro.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »