Warm und feucht - da fühlen sich Hakenwürmer auch hier wohl

DRESDEN (hsr). Hautinfektionen durch Larven der Hakenwürmer, üblicherweise nur als Mitbringsel von Reisen in tropische und subtropische Regionen bekannt, sind bei ungewöhnlich feuchtheißem Klima auch in deutschen Landen möglich: Starke Regenfälle im Gebiet um Dresden, Hochwasser im Elbtal und extreme Hitzeperioden des Sommers 2002 haben auch bei uns für Larva migrans "saxoniae" ideale Bedingungen geschaffen.

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Haupterreger der Larva migrans cutanea sind vor allem die Larven von Hunde- und Katzenhakenwürmern, die über Tierkot auf den Erdboden gelangen, wie Andreas Herrmann und seine Mitarbeiter von der Universitäts-Hautklinik Dresden berichten (JDDG 1, 2004, 46).

Besonders gut gedeihen sie auf feuchtem, heißem Sand. Badestrände in den Tropen oder Subtropen sind deshalb Infektionsquellen für Menschen. Die Larven dringen dem Fremdwirt meist an Händen und Füßen in die Haut, starker Juckreiz nach einer Stunde und erythematöse Papeln treten zunächst auf. Bei ihrer Wanderung in die Dermis - wenige Millimeter bis einige Zentimeter täglich sind möglich - entstehen dann juckende, gewundene, entzündete Gänge.

Diese typischen Symptome einer Larva migrans cutanea diagnostizierten die Dermatologen im Spätsommer 2002, vier Wochen nach den Überschwemmungen im Elbtal, auch am rechten Handrücken einer 38jährigen Frau, die die Tropen zuvor nicht bereist hatte.

Aufgefallen waren der Patientin längliche, ausdrückbare Blasen und - nah dabei - ein geröteter, zum Teil schuppiger Gang. Mit Kryotherapie der proximalen Larvengangenden und lokalem Glukokortikoid gingen die Beschwerden nach drei Tagen zunächst deutlich zurück. Aufgrund neugebildeter blutunterlaufener Gänge erhielt die Patientin dann im Abstand von einer Woche jeweils eine systemische Stoßtherapie mit zweimal sechs Milligramm Ivermectin. Mit dem gegen Nematoden wirksamen Anthelminthikum plus topischem Tiabendazol heilte die Infektion mit Larva migrans cutanea rasch und rezidivfrei ab.

Den Infektionsweg beschreiben die Hautärzte so: Die Frau wohnte oberhalb der Dresdner Elbhänge, ging dort regelmäßig mit ihrem Hund spazieren, der auf den Weiden frei herumlief und sich in Kotresten von Artgenossen sowie Kühen, Pferden, Wildtieren und streunenden Katzen gewälzt haben könnte. Die Grünflächen, zugleich natürliches Flutungsgelände der Elbe, waren trotz des schon lange anhaltenden sehr heißen, sonnigen Wetters noch durchweicht.

Die Kombination aus Sonnenschein, überdurchschnittlich hohen Lufttemperaturen und feuchten Böden ließ die Wurmlarven sich prächtig entwickeln. Nach jedem Ausflug putzte die Frau das kontaminierte Fell ihres Hundes zwar penibel, aber mit bloßen Händen. Auch sorgfältiges Händewaschen nach der Reinigung schützte sie nicht vor indirekter Infektion mit den Larven.

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