Ärzte Zeitung, 08.09.2004

Tacrolimus lindert rasch atopische Dermatitis

Substanz besonders für die Langzeitbehandlung geeignet / Auch Kinder unter zwei Jahren profitieren davon

MÜNCHEN (sto). Tacrolimus ist eine kortisonfreie Option zur langfristigen Behandlung von Patienten mit atopischer Dermatitis. Diese Substanz ist nach Angaben von Professor Thomas Ruzicka von der Universitätsklinik Düsseldorf eines der besterforschten Medikamente in der Dermatologie.

Der Wirkstoff sei auch als First-line- Therapeutikum für Kinder unter zwei Jahren geeignet, so der Dermatologe. Nach Anwendung der Salbe komme es oft schon nach drei Tagen zu einer klinischen Besserung, berichtete Ruzicka bei der 19. Fortbildungswoche für Dermatologie in München. Lediglich zu Beginn der Behandlung träten lokale Mißempfindungen auf, die sich als Brennen oder Juckreiz äußern, die aber meist innerhalb einer Woche wieder verschwinden, sagte Ruzicka bei einem Seminar von Fujisawa. Tacrolimus (Protopic®) sei besonders für die Langzeitbehandlung und für die Therapie bei empfindlicher Haut, etwa im Gesicht oder am Hals, geeignet.

Die ersten Erfahrungsberichte mit Tacrolimus sind nach Ruzickas Angaben bereits vor zehn Jahren publiziert worden. Inzwischen gebe es viele weitere Studien, so daß Tacrolimus eines der besterforschten Medikamente in der Dermatologie sei. Das habe auch kürzlich zu einer Änderung der Fachinformation geführt: Das Medikament darf jetzt von allen Ärzten verordnet werden, die Erfahrung mit der Behandlung bei atopischer Dermatitis haben. Es wird empfohlen, die Behandlung mit 0,1prozentiger Tacrolimus-Salbe bei zweimal täglicher Anwendung bis zur vollständigen Heilung der betroffenen Hautareale fortzusetzen.

Bei einer Therapie mit Tacrolimus sollten die Patienten auf einen vernünftigen Umgang mit UV-Strahlen achten, empfahl Ruzicka. Topische Immunmodulatoren wirkten zwar nicht photosensibilisierend, dennoch sollte der Besuch von Solarien oder eine gleichzeitige UV-Behandlung vermieden werden. Langzeitstudien hätten keinerlei Hinweise auf eine erhöhte Rate von nichtmelanozytärem Hautkrebs bei Anwendung von Tacrolimus-Salbe ergeben.

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