Ärzte Zeitung, 22.11.2004

Schnelle Hilfe gegen Juckreiz und Ekzemschübe

Pimecrolimus-Creme verlängert bei Neurodermitis die Zeit zwischen den Schüben um mehr als das Fünffache

NEUSS (hsr). Durch frühzeitige topische Therapie mit dem Calcineurin-Hemmer Pimecrolimus können Neurodermitis-Kranke die Dermatose rasch und dauerhaft beeinflussen: Der quälende Pruritus läßt bereits nach zwei bis drei Tagen deutlich nach, und die Zeit zwischen den Ekzemschüben verlängert sich um mehr als das Fünffache.

"Treten erste Symptome eines nahenden Schubs wie Juckreiz, Hautrötungen oder trockene Haut auf, sollte die Behandlung sofort beginnen", sagte Professor Ulrich Hengge von der Universitäts-Hautklinik Düsseldorf auf einer Pressekonferenz des Unternehmens 3M Medica in Neuss.

Der Dermatologe erinnerte an eine sechsmonatige Studie, in der 192 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis zusätzlich zur rückfettenden Basispflege bei ersten Entzündungszeichen zweimal täglich einprozentige Pimecrolimus-Creme (Douglan®) oder Placebo auf die Haut auftrugen. Bei schweren Symptomen wurde darüber hinaus mit einer Kortikosteroid-Creme behandelt.

      Wer die Creme nutzt, braucht auch weniger Steroide.
   

Der Juckreiz klang mit Pimecrolimus bereits innerhalb von drei Tagen ab, die Symptomatik verbesserte sich insgesamt um knapp 50 Prozent, mit Placebo um weniger als 16 Prozent, die Ausdehnung der Ekzeme nahm ebenfalls um knapp die Hälfte, mit Placebo um 20 Prozent ab. Außerdem verlängerte die lokale immunsuppressive Therapie das schubfreie Intervall von 26 auf 144 Tage. Ein Beleg dafür, wie Hengge betont hat, daß Pimecrolimus "sicher und wirksam im Kurz- und Langzeitmanagement bei Neurodermitis eingesetzt werden kann". Mit der Therapie würden auch signifikant Kortikosteroide eingespart.

Weitere Vorteile der Calcineurin-Hemmer-Creme sieht der Dermatologe darin, daß sie im Gegensatz zu Kortikosteroiden auch für sensible Hautareale wie Augenlider, Gesicht, Hals, Leiste und Skrotum geeignet ist. Die lokale Schwächung der körpereigenen Abwehr beeinträchtige zudem nicht die Qualität von Impfungen. Für die Pimecrolimus-Therapie gebe es darüber hinaus keine Beschränkungen sowohl für die Anwendungsdauer als auch Höhe der Tagesdosis. Hengge: "Ist die epidermale Barriere wieder intakt, kann das relativ große Molekül nicht mehr in die Haut eindringen."

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