Ärzte Zeitung, 09.12.2004

EKZEM

Jeder Zehnte in Deutschland hat eine Hautkrankheit

Chronisches oder akutes Ekzem? Diese Frage zu beantworten ist nicht immer leicht, aber wichtig. Denn bei akutem Hautausschlag wird anders therapiert - zum Beispiel mit Cremes statt mit Salben. Und eine Lichttherapie ist bei akutem Ekzem nicht indiziert. Worauf muß man noch achten? Was wird häufig falsch gemacht?

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Erst die Diagnose, dann die Therapie - dieser Grundsatz gilt eigentlich immer, und damit auch bei Ekzemen. Doch bei Hautausschlägen ist der Drang, rasch Beschwerden wie Juckreiz zu lindern, besonders groß und damit der Griff zur vermeindlichen heilenden Salbe oder Creme verlockend. Davor aber warnt Professor Thomas Diepgen von der Universität Heidelberg in seinem Vortrag zu Ekzem. Denn: Beim akutem Ekzem ist eine Creme besser als eine fetthaltige Salbe - "das wird immer wieder verkehrt gemacht!"

Besonders wenn bei akuten Ausschlägen Bläschen vorkommen, sind auch austrocknende Cremes indiziert. Austrocknung aber sollte bei chronischen Ekzemen gerade vermieden werden? Wie man, abgesehen von der Dauer, akute von chronischen Ekzemen unterscheidet? Das erklärt Diepgen stichpunktartig und übersichtlich in seinem Vortrag. Und die Folien zum Vortrag kann man sich - nach Anmeldung - am PC gleich ausdrucken.

Kortikosteroide sind bei Hautkrankheiten immer wieder indiziert. Doch sie sollen nicht als Dauertherapie eingesetzt werden, und man muß sich vor der Verordnung überlegen, ob die Grundlage eine Creme oder fetthaltige Salbe sein soll. Bedacht werden muß auch, daß die Resorption je nach Anwendungsort sehr unterschiedlich ist. Diepgen erinnert daran, daß etwa über Schleimhäute mehr Kortison resorbiert wird als über Hand- oder Fußsohlen.

Die wichtigsten Ekzemformen erklärt Diepgen anhand einprägsamer Bilder. Dazu gehören Kontaktekzeme, die durch Pflanzen, Proteine oder Metall hervorgerufen werden. Auch photoallergische Ekzeme und ihre Ursachen werden vorgestellt. Es ist wohl nicht allgemein bekannt, daß der Süßstoff Zyklamat zu den häufigen Photoallergenen gehört!

Was muß bedacht werden, wenn trotz sorgfältig gewählter Therapie ein Ekzem nicht heilt? Spätestens dann muß an Differentialdiagnosen wie Mykose, Psoriasis oder T-Zell-Lymphom gedacht werden. Fotos solcher Krankheiten, die manchmal auch auf den zweiten Blick noch wie ein Ekzem aussehen, zeigt Diepgen in seinem Vortrag. (gwa)

Den Vortrag, für den es nach bestandener Prüfung Fortbildungspunkte gibt, findet man nach Anmeldung bei www.qaef-akademie.de unter "Online-Kurse" - "Dermatologie" - "Ekzem".

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