Direkt zum Inhaltsbereich

EKZEM

Jeder Zehnte in Deutschland hat eine Hautkrankheit

Chronisches oder akutes Ekzem? Diese Frage zu beantworten ist nicht immer leicht, aber wichtig. Denn bei akutem Hautausschlag wird anders therapiert - zum Beispiel mit Cremes statt mit Salben. Und eine Lichttherapie ist bei akutem Ekzem nicht indiziert. Worauf muß man noch achten? Was wird häufig falsch gemacht?

Veröffentlicht:

Erst die Diagnose, dann die Therapie - dieser Grundsatz gilt eigentlich immer, und damit auch bei Ekzemen. Doch bei Hautausschlägen ist der Drang, rasch Beschwerden wie Juckreiz zu lindern, besonders groß und damit der Griff zur vermeindlichen heilenden Salbe oder Creme verlockend. Davor aber warnt Professor Thomas Diepgen von der Universität Heidelberg in seinem Vortrag zu Ekzem. Denn: Beim akutem Ekzem ist eine Creme besser als eine fetthaltige Salbe - "das wird immer wieder verkehrt gemacht!"

Besonders wenn bei akuten Ausschlägen Bläschen vorkommen, sind auch austrocknende Cremes indiziert. Austrocknung aber sollte bei chronischen Ekzemen gerade vermieden werden? Wie man, abgesehen von der Dauer, akute von chronischen Ekzemen unterscheidet? Das erklärt Diepgen stichpunktartig und übersichtlich in seinem Vortrag. Und die Folien zum Vortrag kann man sich - nach Anmeldung - am PC gleich ausdrucken.

Kortikosteroide sind bei Hautkrankheiten immer wieder indiziert. Doch sie sollen nicht als Dauertherapie eingesetzt werden, und man muß sich vor der Verordnung überlegen, ob die Grundlage eine Creme oder fetthaltige Salbe sein soll. Bedacht werden muß auch, daß die Resorption je nach Anwendungsort sehr unterschiedlich ist. Diepgen erinnert daran, daß etwa über Schleimhäute mehr Kortison resorbiert wird als über Hand- oder Fußsohlen.

Die wichtigsten Ekzemformen erklärt Diepgen anhand einprägsamer Bilder. Dazu gehören Kontaktekzeme, die durch Pflanzen, Proteine oder Metall hervorgerufen werden. Auch photoallergische Ekzeme und ihre Ursachen werden vorgestellt. Es ist wohl nicht allgemein bekannt, daß der Süßstoff Zyklamat zu den häufigen Photoallergenen gehört!

Was muß bedacht werden, wenn trotz sorgfältig gewählter Therapie ein Ekzem nicht heilt? Spätestens dann muß an Differentialdiagnosen wie Mykose, Psoriasis oder T-Zell-Lymphom gedacht werden. Fotos solcher Krankheiten, die manchmal auch auf den zweiten Blick noch wie ein Ekzem aussehen, zeigt Diepgen in seinem Vortrag. (gwa)

Den Vortrag, für den es nach bestandener Prüfung Fortbildungspunkte gibt, findet man nach Anmeldung bei www.qaef-akademie.de unter "Online-Kurse" - "Dermatologie" - "Ekzem".

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Aktualisierte S2k-Leitlinie

Neue Empfehlungen zur Akne-Behandlung bei Kindern

Vernarbende Alopezie

Führen GLP-1-Rezeptoragonisten zu Haarausfall?

Das könnte Sie auch interessieren
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
 Abb. 1: Anwendung von Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [1,8]

Ruxolitinib-Creme bei mittelschwerer AD

Topische steroidfreie Behandlungsoption bei atopischer Dermatitis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Incyte Biosciences Germany GmbH, München
Abb. 1: Schematische Wirkprinzipien verschiedener immuntherapeutischer Ansätze beim Multiplen Myelom

© Johnson & Johnson

Therapie des Multiplen Myeloms

Ebnet die Präzisionsmedizin den Weg zur funktionellen Heilung dieser Neoplasie?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss
Abb. 1: sPGA-Ansprechen über zwei Jahre

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1]

Psoriasis-Therapie bei Kindern und Erwachsenen

PDE-4-Hemmer: erste orale Systemtherapie für Kinder − auch bei besonderen Manifestationen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Leserumfrage

Umfrage zur E-Patientenakte: Alltag statt Aufbruch

Lesetipps