Ärzte Zeitung, 14.02.2005

Haut wie Schmirgelpapier? Hier ist immer Therapie nötig!

Aktinische Keratosen sind zu Beginn schwer zu erkennen, lassen sich aber gut ertasten / Gel mit Diclofenac in Hyaluronsäure hilft gegen die Läsionen

HAMBURG (nke). Aktinische Keratosen gelten als therapiebedürftige Krebsvorstufen. Um den Übergang in ein invasiv wachsendes Plattenepithelkarzinom der Haut zu verhindern, sollte bei solchen Läsionen früh behandelt werden.

Schätzungsweise jeder zweite Deutsche über 70 Jahre hat aktinische Keratosen, bevorzugt dort, wo die Sonne gut hinkommt, also im Gesicht, an den Ohren oder auf Hand- und Fußrücken. Sie werden überwiegend durch chronische Exposition gegenüber UV-Strahlung, vor allem Sonnenlicht, induziert.

Im Anfangsstadium sind sie schwer zu erkennen. Sie lassen sich wegen ihrer rauhen, schuppigen Oberfläche allerdings gut ertasten. "Das fühlt sich an wie Schmirgelpapier", sagte Professor Axel Hausschild von der Kieler Universitäts-Hautklinik bei einer Veranstaltung von Shire Deutschland in Hamburg.

Ein besonders hohes Risiko für prämaligne und maligne Läsionen haben Menschen mit heller Haut sowie immungeschwächte Personen, etwa Patienten nach einer Organtransplantation. "Hautkrebs ist der zweithäufigste Grund, warum Organempfänger sterben", so Professor Eggert Stockfleth von der Charité Berlin.

      Läsionen sind kein kosmetisches Problem, sondern Krebsvorstufen.
   

"Etwa zehn Prozent aller Patienten mit aktinischen Keratosen und etwa 30 Prozent mit zusätzlicher Immunsuppression entwickeln innerhalb von zehn Jahren ein invasives Plattenepithelkarzinom der Haut", sagte Stockfleth. Die Hautläsionen seien daher nicht als kosmetisches Problem anzusehen, sondern als eine Krebsvorstufe. "Man spricht heute auch von einem Plattenepithelkarzinom in situ", so der Berliner Dermatologe. Da man nicht voraussehen könne, wer von den Betroffenen ein Karzinom entwickele, sollte bei aktinischen Keratosen grundsätzlich behandelt werden.

Standard der Therapie zumindest bei einzelnen Läsionen ist die Behandlung mit dem scharfen Löffel oder die Kältetherapie (Kryotherapie) mit flüssigem Stickstoff (minus 180 Grad Celsius). Sie weisen eine Erfolgsquote von fast 100 Prozent auf. Für großflächige Läsionen, so genannte Krebsfelder, wie sie häufig vorkommen, eignen sich diese Verfahren jedoch nur bedingt.

Eine Alternative ist dann die topische Therapie. Eine Möglichkeit zur Behandlung von Patienten mit aktinischen Keratosen, und auch für diese Indikation zugelassen, ist das Gel Solaraze® mit 3 Prozent Diclofenac in 2,5 Prozent Hyaluronsäure. Patienten tragen es zweimal täglich auf die betroffenen Hautpartien auf. Die Läsionen verschwinden innerhalb einer zwölfwöchigen Therapie bei 50 bis 70 Prozent der Patienten.

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