Spezialverband stimuliert die Fibroblasten

BERLIN (djb). Hydroaktive Wundverbände begünstigen durch feuchtes Klima im Wundbereich und das Abführen von überschüssigem Exsudat die Heilung chronischer Wunden wie Ulcera crurum oder Dekubitus. Eine Lipidokolloid-Wundauflage fördert die Proliferation von Fibroblasten und damit die Granulation, wie In-vitro-Studien ergeben haben.

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In der Granulationsphase der Wundheilung haben vor allem die Fibroblasten und Myofibroblasten eine große Bedeutung. Darauf wies Professor Martin Steinhoff von der Universitätsklinik Münster bei einer Veranstaltung in Berlin hin.

Über Wachstumsfaktoren kommunizieren sie mit Endothelzellen und Keratinozyten und üben so eine wichtige Funktion im Übergang von der Granulations- zur Epithelisierungsphase aus.

Ihre Aktivität und Funktion bei der Bildung des Granulationsgewebes und der Wundkontraktion wird durch ihre unmittelbare Umgebung beeinflußt, etwa durch die Art der Wundauflage, so Steinhoff bei der vom Unternehmen Urgo unterstützten Veranstaltung.

Der Lipidokolloid-Wundverband Urgotül® begünstigt in vitro die metabolische Aktivität und die Proliferation der Fibroblasten. Der Mechanismus dieser Stimulation ist nicht bekannt. In einer Studie hatten sich aber humane Fibroblasten in einer Zellkultur unter der Wundauflage nach 48 Stunden um 70 Prozent vermehrt.

Unter einer herkömmlichen Fettgaze auf Paraffinbasis wurde keine Stimulation der Fibroblasten-Vermehrung beobachtet; unter Fettgaze auf Vaselinebasis war sogar ein Rückgang der Proliferation um 80 Prozent zu verzeichnen.

Daraus könne geschlossen werden, daß der Verband die Wundheilung unterstützt, so Steinhoff. Die Lipidokolloid-Auflage, in der Hydrokolloidpartikel mit dem Wundsekret ein Gel bilden und dieses zusammen mit Vaseline eine lipidokolloidale Grenzschicht auf der Wunde schafft, verklebt nicht mit der Wunde. Das macht einen atraumatischen Verbandwechsel möglich.

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