Ärzte Zeitung, 12.05.2005

Zwei von drei Neurodermitis-Kranken wünschen sich steroidfreie Therapie

Ergebnisse einer internationalen Erhebung bei 2000 Patienten mit atopischem Ekzem

DRESDEN (grue). Patienten mit ausgeprägter Neurodermitis leiden unter ihrer Hautkrankheit und wünschen sich primär eine Therapie, mit der sich die Ekzeme verringern. Topische Steroide werden allerdings von zwei Dritteln der Betroffenen nur zurückhaltend angewendet.

Diese Ergebnisse einer internationalen Studie zur Lebensqualität von Patienten mit Neurodermitis hat Professor Thorsten Zuberbier von der Charité Berlin auf einer Veranstaltung des Unternehmens Novartis beim Dermatologie-Kongreß in Dresden vorgestellt.

Für die Studie ISOLATE (International Study of Life with Atopic Eczema) wurden dazu von 2000 Patienten und deren Betreuern Angaben zum Umgang mit der Krankheit erhoben. 300 Befragte kamen aus Deutschland, die übrigen aus sieben weiteren europäischen Ländern und der USA. Alle hatten eine mittelschwere bis schwere Neurodermitis, die sich an drei bis fünf Monaten im Jahr akut verschlechterte.

Wie Zuberbier berichtete, empfinden etwa die Hälfte der Neurodermitis-Patienten ihre Krankheit als sehr belastend, auch außerhalb der schubfreien Zeit. "Die Angst vor einem neuen Schub schränkt die Lebensqualität nachhaltig ein", so Zuberbier.

Die Patienten sehen sich auch beruflich im Abseits, das gilt besonders für Atopiker aus Deutschland und England. Deutsche Neurodermitiker fehlen wegen ihrer Erkrankung jährlich fünf Tage in der Schule oder am Arbeitsplatz, im internationalen Durchschnitt sind es drei Tage.

Länderübergreifend wünschen sich die Betroffenen primär eine effektive Ekzem-Therapie zur Besserung ihrer Lebensqualität. "Zwei Drittel der Betroffenen gehen aber kritisch mit tropischen Steroiden um, vor allem befürchten sie eine Hautverdünnung", so Zuberbier.

Sie behandeln sich nach Aufflammen der Hautsymptome im Mittel erst nach 6,5 Tagen. 40 Prozent nutzen die Medikamente somit deutlich seltener als mit dem Arzt abgesprochen. Im übrigen bevorzugten 67 Prozent steroidfreie Alternativen für die antientzündliche Therapie, so Zuberbier.

"Wir wissen jetzt, wie belastend eine Neurodermitis für Patienten im Alltag ist und begrüßen deswegen neue Ansätze zur Schulung und Therapie der Patienten", sagte Zuberbier. Zu den Neuerungen in der Neurodermitis-Therapie gehören die Calcineurin-Hemmstoffe, die die Ausschüttung pro-inflammatorischer Zytokine hemmen. Novartis bietet dazu Pimecrolimus als Elidel® 1% Creme an.

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