Ärzte Zeitung, 18.10.2005

Patienten mit Psoriasis-Arthritis profitieren von Ciclosporin A

Erfolg durch Kombination mit Methotrexat / Gelenkentzündung gebremst

BERLIN (gvg). Die zusätzliche Therapie mit Ciclosporin A kann bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis, die auf Methotrexat (MTX) allein nicht genug ansprechen, die Gelenkentzündung bremsen. Gleichzeitig wird bei insgesamt guter Verträglichkeit der Hautbefund verbessert.

Ausgedehnte Plaque-Psoriasis am Oberkörper. Bis zu 20 Prozent der Psoriasis-Patienten entwickeln zudem eine Psoriasis-Arthritis. Foto: ÄZ

Viele Patienten mit rheumatoider Arthritis profitieren von einer frühen Kombinationstherapie. Auch bei der zweithäufigsten Arthritis in der Rheumatologie, der Psoriasis-Arthritis (PsA), werden zunehmend Präparate kombiniert. Eine auf ein Jahr angelegte, randomisierte, kontrollierte Doppelblindstudie hat jetzt den Nutzen einer Kombination aus Ciclosporin A und Methotrexat belegt.

Die Teilnehmer waren 72 Patienten mit aktiver PsA, die trotz einer Monotherapie mit Methotrexat weiterhin geschwollene Gelenke und Schmerzen hatten. Die Hälfte der Patienten erhielt in der von dem Unternehmen Novartis Pharma unterstützten Studie zusätzlich Ciclosporin A (vom Unternehmen etwa als Immunosporin® angeboten) in einer Dosierung von 2,5 bis 4 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag.

Diese Zusatztherapie hatte einen deutlichen Einfluß auf die Gelenkentzündung, schreibt Dr. Alexander Fraser aus Leeds in England in einem Artikel in der Zeitschrift "Annals of Rheumatic Disease" (64, 2005, 859). Die Zahl der Gelenke mit einer im hochauflösenden Ultraschall nachweisbaren Synovitis halbierte sich unter Therapie, wohingegen sie in der Gruppe, in der mit MTX und Placebo therapiert wurde, nahezu konstant blieb.

Auch beim Serumwert für das C-reaktive Protein kam es zu einem signifikanten Abfall in der Kombinationsgruppe von im Mittel 17,4 auf 12,7 Milligramm pro Liter. Die Zahl der geschwollenen Gelenke sank ebenfalls, und zwar von im Mittel 12 auf 7. In der Placebo/MTX-Gruppe änderte sich beides nicht statistisch signifikant.

Keine Überraschung war die deutliche Besserung des Psoriasis-Hautbefunds bei Therapie mit der Ciclosporin-haltigen Kombination. Sie wurde bereits in rein dermatologischen Studien beschrieben. "Patienten mit Psoriasis-Arthritis mit partiellem Ansprechen auf MTX haben einen klinischen Nutzen von der zusätzlichen Einnahme von Ciclosporin", so das Fazit der Rheumatologen.

Erneut zeigte sich, daß unerwünschte Ciclosporin-Wirkungen wie Hypertrichiose oder Gingivitis bei den in der Rheumatologie üblichen Dosierungen deutlich seltener sind als in der Transplantationsmedizin. Die Verträglichkeit der Kombination wurde in der Studie als gut bewertet.

Zu demselben Schluß kommt auch ein neuer Übersichtsartikel, der 20 Jahre Erfahrung mit Ciclosporin bei dermatologischen Indikationen zusammenfaßt. Die in der Dermatologie verwendeten Dosierungen von 3 bis 5 Milligramm Ciclosporin pro Kilogramm pro Tag seien auch mittelfristig sicher, so die Mediziner.

Lymphome und andere internistische Malignome träten nicht häufiger auf als bei nicht mit dem Immunsuppressivum Behandelten (Journal of Drugs in Dermatology 4, 2005, 189).

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