Ärzte Zeitung, 25.11.2005

Laser und Blitzlampen beseitigen störende Haare

Kombination von verschiedenen Methoden ist besonders erfolgreich / 80 bis 90 Prozent der Haare werden entfernt

BERLIN (gvg). Der Laser hat es der ästhetischen Medizin angetan: Von der Falte an der falschen Stelle über störende Pigmentflecken bis hin zum tätowierten Namen einer bereits längst verblaßten Jugendliebe - mit Hilfe von Laserlicht läßt sich an der Hautoberfläche fast alles entfernen.

Immer breitere Anwendung finden Laser oder, allgemeiner gesprochen, energiereiche Lichtquellen, auch bei unerwünschtem Haarwuchs. Die Photo-Epilation, also die Entfernung von Haaren durch Lichteinwirkung, ist in den vergangenen Jahren zur Methode der Wahl geworden für alle, die sich der störenden Haaren nicht nur zeitweilig, sondern möglichst auf Dauer entledigen wollen. Wer nicht zupfen, cremen, wachsen oder rasieren will, der läßt seinen Arzt zur Lampe greifen.

Die Geräte haben unterschiedliche Lichtquellen

"Die bevorzugten Zonen für eine Photo-Epilation bei Frauen sind der Oberlippen- und Kinnbereich, die Achselhöhlen und Leisten", so Dr. Gerd Kautz zur "Ärzte Zeitung". Der Dozent für Lasermedizin an der Universität in Greifswald betreibt in Konz eine Hautarztpraxis, die auf Laseranwendungen spezialisiert ist.

Die Zahl der Geräte, die zur Haarentfernung angeboten werden, ist mittlerweile fast unüberschaubar groß. Sie arbeiten mit unterschiedlichen Lichtquellen und Wellenlängen. Unterschieden wird bei den Geräten zwischen Laser und hochenergetischen Blitzlampen. Laser senden Licht einer jeweils genau definierten Wellenlänge.

Bei den zur Photo-Epilation gerne verwendeten Rubin-Lasern oder bei den Neodyn-YAG-Lasern können das Wellenlängen von 694 oder 1064 Nanometer sein. Anders die Blitzlampen, die auch IPL-Lampen (Intense-Pulsed-Light) genannt werden. Sie arbeiten mit einem breiteren Lichtspektrum, das sich von 515 bis 1200 Nanometer erstreckt.

Laser und Blitzlichttechnik lassen sich kombinieren

"Der Vorteil der Blitzlampen liegt darin, daß mit einer Maschine fast alle Haut- und Haartypen behandelt werden können", erklärt Kautz. Er betont, daß sich die verschiedenen Ansätze nicht ausschließen, sondern ergänzen.

Er selbst kombiniert gerne Laser- und Blitzlichttechnik und setzt in einem Behandlungszyklus in der einen Sitzung das eine, in der nächsten das andere Verfahren ein. Dadurch werde der Behandlungserfolg verbessert. "80 bis 90 Prozent der Haare können auf diese Weise entfernt werden", ist die Erfahrung von Kautz.

Anders als beim Rasieren ist das kosmetische Ergebnis von Dauer, denn das Licht, das über die Haare weitergeleitet wird, schädigt die Haarwurzeln und verhindert so weiteres Wachstum.

Licht löst allerdings nicht alle Probleme der Enthaarungstherapie. Dunkle Haut und dünne, vor allem blonde oder rötliche Haare bleiben eine Herausforderung, auch für die Blitzlampen-Therapie.

In Studien wird deswegen bereits eine Weiterentwicklung getestet, die ELOS-Technik. ELOS steht für "Electro-Optical Synergy", ein Kombinationsverfahren, bei dem sowohl mit optischen als auch mit elektrischen Reizen gearbeitet wird.

Verwendet werden entweder Blitzlampen oder Diodenlaser. Zusätzlich wird die behaarte Hautpartie einem Radiofrequenzstrom ausgesetzt, was in ersten Untersuchungen das Ergebnis bei hellen und feinen Haaren sowie dunklen Hauttypen wesentlich verbesserte. Gleichzeitig werden Begleitreaktionen wie Hautreizungen oder Verbrennungen verringert.

Wer sich für eine Photo-Epilation entscheidet, kann selbst dazu beitragen, das Komplikationsrisiko zu minimieren. "Vier bis sechs Wochen vorher sollte auf intensives Sonnenbaden verzichtet werden", so Kautz.

Denn durch zuviel Sonne werden die Pigmentzellen der Haut aktiviert und damit anfälliger für unangenehme Reizerscheinungen durch das intensive Licht während der Behandlung. Dieselbe Karenzzeit sollte auch nach Abschluß einer Behandlung eingehalten werden. Kautz: "Die ideale Zeit für den Beginn einer Photo-Epilation sind die Herbst- und Wintermonate".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »