Ärzte Zeitung, 16.01.2006

Neuer oraler Therapieansatz bei Psoriasis

Pimecrolimus mindert Ausbreitung und Schwere der Schuppenflechte / Ergebnis einer Placebo-kontrollierten Studie

MANCHESTER (hsr). Zur Therapie bei mäßig schwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis wird jetzt oral verabreichtes Pimecrolimus geprüft. Erste Daten einer Phase-2-Studie belegen, daß diese Therapie die Symptome deutlich verringert.

Effloreszenzen bei Plaque-Psoriasis am seitlichen Oberkörper einer Frau. Foto: ÄZ

Der Calcineurin-Hemmer Pimecrolimus ist derzeit als Creme zur topischen Behandlung bei atopischer Dermatitis zugelassen. Jetzt haben auch Psoriatiker das immunsuppressiv wirksame Makrolid erhalten, aber in Tablettenform.

In einer doppelblind randomisierten, multizentrischen Dosisfindungsstudie sind 143 Patienten mit mäßiger bis schwerer Plaque-Psoriasis über zwölf Wochen behandelt worden, entweder zweimal täglich mit Placebo oder mit 10 mg, 20 mg oder 30 mg der Substanz behandelt (Br J Dermatol 152, 2005, 1219).

Wie Dr. Alice Gottlieb vom Hautzentrum der Universität Manchester und ihre Mitarbeiter berichten, war der Psoriasis Area and Severity Index (PASI), der die Ausbreitung und Schwere der Schuppenflechte berücksichtigt, primärer Endpunkt der Untersuchung.

Durch die Therapie verbesserte sich der PASI-Score im Vergleich zum Ausgangswert dosisabhängig: mit Placebo nach sieben Wochen im Durchschnitt um drei Prozent, mit 10 mg Pimecrolimus um 22 Prozent, mit 20 mg um 51 Prozent und mit 30 mg der Substanz um 54 Prozent.

In den höheren Dosierungen waren die Ergebnisse nach Angaben der Dermatologen zu diesem Zeitpunkt ebenso statistisch signifikant wie nach zwölfwöchiger Therapie mit um 56 und 61 Prozent verbessertem PASI. Mit Placebo war der Score nach dieser Zeit nur um zwei Prozent und mit 10 mg der Substanz um 23 Prozent gesunken.

Die meisten unerwünschten Wirkungen der Medikation wie Juckreiz und Übelkeit beschreiben die britischen Hautärzte als mild bis mäßig. Allein ein vorübergehendes Wärme- und Hitzegefühl sei vor allem bei Patienten mit höheren Dosierungen aufgetreten.

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