Ärzte Zeitung, 29.11.2006

Pyoderma gangraenosum - da ist Infliximab eine Option

Infusion mit TNF-alpha-Blocker lindert Hautbefund

BRISTOL (ner). Die Hautläsionen bei Pyoderma gangraenosum können bei vielen Patienten gut mit Infliximab behandelt werden. Das hat eine britische Pilotstudie ergeben.

Ulzera bei Pyoderma gangraenosum: Unter Infliximab-Therapie werden sie kleiner oder heilen aus. Foto: A.Stallmach

Darin hatten 13 Patienten mit Pyoderma gangraenosum (Dermatitis ulcerosa) randomisiert und doppelblind eine einmalige Infusion mit 5 mg/kg des TNF-alpha-Blockers Infliximab (Remicade®) erhalten. 17 Patienten wurden mit Placebo behandelt.

Unter Infliximab-Therapie hatte sich nach zwei Wochen der Hautbefund bei sechs der 13 Patienten verbessert, aber nur bei einem Patienten unter Placebo, berichten Dr. Chris S. Probert aus Bristol und seine Kollegen (Gut 55, 2006, 505). Die Ulzera waren kleiner und flacher geworden, waren weniger stark unterminiert als zu Beginn der Therapie oder sie waren verheilt.

In der folgenden offenen Studienphase wurden auch die Patienten, deren Hautläsionen sich nicht verändert hatten, mit Infliximab behandelt. Nach einer Studiendauer von insgesamt sechs Wochen waren so 20 Prozent der Patienten symptomfrei geworden; bei weiteren 50 Prozent verkleinerten sich die Läsionen. 30 Prozent der Studienteilnehmer hatten nach sechswöchiger Studiendauer nicht auf die Infliximab-Therapie angesprochen.

Sieben Patienten hatten insgesamt zwei Infusionen mit Infliximab erhalten. Innerhalb von sechs Wochen besserte sich bei drei dieser Patienten der Hautbefund, bei einem Patienten heilten die Läsionen komplett ab.

Probert und seine Kollegen gehen deshalb davon aus, daß womöglich eine Induktionstherapie mit mehrfachen Infusionen erforderlich ist, um bei vielen Patienten gute Therapie-Ergebnisse zu erreichen. Sinnvoll könne auch die Kombination mit Immunmodulatoren wie Methotrexat oder Azathioprin sei.

Pyoderma gangraenosum ist eine chronisch ulzerierende Hauterkrankung, die häufig im Zusammenhang mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder Rheumatoider Arthritis auftritt. Bislang wird hauptsächlich mit topischen oder systemischen Steroiden und gegebenenfalls mit Ciclosporin behandelt.

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