Ärzte Zeitung, 06.12.2006

Massage mit Schokolade, Peeling mit Pesto

"Gourmet-Wellness" ist ein neuer Trend / Honig-Milch-Bad reguliert den pH-Wert der Haut

MÜNCHEN (ddp.vwd). Schokolade macht nicht nur glücklich, sondern auch schön. Wer ganz ohne Kalorien genießen will, kann seine Haut mit Hot-Chocolat-Massagen oder Körperpackungen aus Mousse au Chocolat verwöhnen.

Süß duftende Pflege: Massage mit Schokolade im Hotel Golden Tulip in Neurupin. Foto: ddp

Viele Hotels bieten inzwischen "Gourmet-Wellness" an. "In Schokolade zu baden, weckt Glücksgefühle", sagt Iveta Kemper vom Hotel Zugbrücke im Westerwald. Den Körper in eine Praline zu verwandeln erfüllt gleichzeitig einen kosmetischen Zweck. "Die in der Schokolade enthaltene Kakaobutter wirkt sehr pflegend und gibt trockener Haut ihre Geschmeidigkeit zurück", erklärt die Wellness-Expertin. Eine Schoko-Massage erwecke zudem wohlige Gefühle durch Wärme und ihren süßen Duft.

Aber auch andere Zutaten eignen sich als Körperbalsam. Das von Iveta Kemper entwickelte Apfel-Mohn-Honig-Peeling löst Hautschüppchen auf die sanfte Art, ebenso wie Limetten-Kokos-Peeling.

"Bei problematischer Haut wie Neurodermitis sollten allerdings nur Produkte ohne Duftstoffe verwendet werden", betont Iveta Kemper. "Hier eignen sich am besten Salzpeelings und hautausgleichende Packungen, zum Beispiel aus reinen Pflanzenölen wie Avocado- oder Mandelöl oder Aloe Vera." Gästen mit sehr trockener Haut empfiehlt die Kosmetikerin ein Kräuterpesto-Peeling. Wer's fruchtig mag, kann sich auch mit einem Erdbeer-Kokos-Peeling verwöhnen lassen.

Den pH-Haushalt reguliert ein ausgiebiges Milch-Vollbad. "Molke-Extrakte, die aus Milch gewonnen werden, enthalten viele pflegende Fette. Dieses Bad ergänzt durch Zugabe von Honig oder natürlichen Ölen wie Avocado- und Kokosöl, ist die wahre Wohltat für trockene strapazierte Haut", sagt Iveta Kemper.

Anregende Wirkung haben koffeinhaltige Produkte, aber auch ätherische Öle aus Zimtblättern und Vanille. Die fettabbauende Wirkung des Koffeins kann nach Aussagen der Expertin außerdem - äußerlich angewandt - Cellulite mindern.

Der Vorteil der eßbaren Mixturen: Alle Zutaten sind frisch, und die Kosmetik betört ohne künstliche Duftstoffe oder Emulgatoren. Wer sich allerdings selbst an der Lebensmittel-Kosmetik versuchen will, sollte einiges beachten - unbedingt unbehandeltes Obst und Gemüse zu kaufen und auf Qualität zu achten.

Die verwendeten Kosmetika und Zusatzprodukte sollten außerdem keine paraffinen Öle enthalten, ergänzt Iveta Kemper. Diese würden die Haut auf Dauer austrocknen und schädigen. Auch sollten keine synthetischen, sondern nur reine Öle verwendet werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »