Direkt zum Inhaltsbereich

Punktförmige Hautdefekte durch Bakterien

ESSEN (ner). Wurmstichartige Hautveränderungen an den Fußsohlen sind Hinweise auf ein Keratoma sulcatum (engl.: Pitted keratolysis). Dabei handelt es sich um eine oberflächliche bakterielle Infektion, die besonders bei Turnschuh- und Stiefelträgern auftritt. Vor allem der unangenehme Geruch treibt die Patienten zum Arzt.

Veröffentlicht:

Seit mindestens einem halben Jahr hatte ein 17-jähriger Schüler bereits multiple, scharf begrenzte Hornhautdefekte an beiden Fußsohlen bemerkt. Klinisch beschrieb er lediglich einen diskreten Juckreiz und eine vermehrte Schweißneigung, berichtet der Essener Dermatologe Privatdozent Dr. Joachim Dissemond einen typischen Krankheitsfall (MMW 7, 2007, 5). Auslöser der Erkrankung seien meist verschiedene Corynebakterium-Spezies, seltener ist es Dermatophilus congolensis oder Micrococcus sedentarius.

In okkludierendem Schuhwerk entsteht eine feuchte Kammer, in der die Epidermis der Hornhautschicht aufquillt. Enzyme der sich vermehrenden Bakterien lösen die oberflächliche Hautschicht auf. So entstehen die ein bis drei Millimeter großen, punktförmigen Defekte in der Haut, die später auch konfluieren können. Bei der Keratolyse werden Schwefel-haltige Produkte produziert, die Ursache des starken Fußgeruchs sind.

Behandelt werden die Patienten mit topischen Antiseptika oder Antibiotika (Erythromycin, Clindamycin). Hinzu kommt die Keratolyse mit externen Anwendungen Urea- oder Salizylsäure-haltiger Präparate. Weiterhin könne den Patienten zu atmungsaktivem Schuhwerk, etwa zu Schuhen mit Ledersohle sowie zum täglichen Wechsel der Socken geraten werden, empfiehlt Dissemond. Die Socken sollten möglichst aus Wolle sein, damit sie Feuchtigkeit abtransportieren können.

Zur Minderung einer übermäßigen Schweißproduktion biete sich die Leitungswasser-Iontophorese an. Dabei werden mit Hilfe von Wasserbädern oder mit feuchten Elektroden kontinuierlich oder hochfrequent gepulste Gleichströme durch die Hautareale geleitet. Dies soll die Reizschwelle der Schweißsekretion erhöhen.

Infos (auf Englisch) im Web: http://emedicine.com/derm/topic332.htm

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Frühe Warnzeichen

Bei diesen Hautbefunden auch an Hantavirus denken

Das könnte Sie auch interessieren
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Stirn

© Pedrojperez | iStock

Risiko Aktinische Keratose:

„Es ist nicht so, wie wir es jahrelang geglaubt haben.“

Anzeige | Biofrontera Pharma GmbH
Ärztin mit Patient

© FatCamera | iStock

Aktinische Keratose:

Die Therapieadhärenz ist entscheidend für den Behandlungserfolg

Anzeige | Biofrontera Pharma GmbH
Wange und Nase mit Akne

© Yuliya Shauerman | iStock

Ein Fall für zwei:

Monosubstanz gegen Akne vulgaris und Rosazea

Anzeige | Biofrontera Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Abb. 1: MS-Krankheitsdynamik: Patientinnen und Patienten bewegen sich von frühen Stadien über Phasen fokaler Entzündung in fortgeschrittene, meist irreversible Stadien

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [4]

Multiple Sklerose heute

Praxisrelevante Daten im Fokus

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz

Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Planegg-Martinsried
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Änderungsantrag beschlossen

Bundestag verschärft Terminmeldepflicht für Praxen

Potenzielle Über- und Untertherapie

Medikation des Typ-2-Diabetes wird im Alter zu selten angepasst

Lesetipps
Lipoprotein(a)-Partikel

© Juan Gärtner / stock.adobe.com

Cholesterin

Intensive LDL-Senkung bei hohem Lp(a): Warum das schwierig werden kann

Petechien, also kleine Einblutungen in die Haut, an einem Bein.

© Robert Yap / stock.adobe.com

Frühe Warnzeichen

Bei diesen Hautbefunden auch an Hantavirus denken

Nahaufnahme einer Ärztin, die die Schilddrüse einer Patientin mit einem Ultraschallgerät untersucht.

© [M] artem_goncharov / stock.adob

Best-Practice-Empfehlungen

Erhöhtes Schilddrüsenkrebs-Risiko unter GLP-1-RA-Therapie?