Ärzte Zeitung, 05.03.2007

Punktförmige Hautdefekte durch Bakterien

17-jähriger Junge hatte wurmstichartige Veränderungen an der Fußsohle durch häufiges Tragen von Turnschuhen

ESSEN (ner). Wurmstichartige Hautveränderungen an den Fußsohlen sind Hinweise auf ein Keratoma sulcatum (engl.: Pitted keratolysis). Dabei handelt es sich um eine oberflächliche bakterielle Infektion, die besonders bei Turnschuh- und Stiefelträgern auftritt. Vor allem der unangenehme Geruch treibt die Patienten zum Arzt.

Seit mindestens einem halben Jahr hatte ein 17-jähriger Schüler bereits multiple, scharf begrenzte Hornhautdefekte an beiden Fußsohlen bemerkt. Klinisch beschrieb er lediglich einen diskreten Juckreiz und eine vermehrte Schweißneigung, berichtet der Essener Dermatologe Privatdozent Dr. Joachim Dissemond einen typischen Krankheitsfall (MMW 7, 2007, 5). Auslöser der Erkrankung seien meist verschiedene Corynebakterium-Spezies, seltener ist es Dermatophilus congolensis oder Micrococcus sedentarius.

In okkludierendem Schuhwerk entsteht eine feuchte Kammer, in der die Epidermis der Hornhautschicht aufquillt. Enzyme der sich vermehrenden Bakterien lösen die oberflächliche Hautschicht auf. So entstehen die ein bis drei Millimeter großen, punktförmigen Defekte in der Haut, die später auch konfluieren können. Bei der Keratolyse werden Schwefel-haltige Produkte produziert, die Ursache des starken Fußgeruchs sind.

Behandelt werden die Patienten mit topischen Antiseptika oder Antibiotika (Erythromycin, Clindamycin). Hinzu kommt die Keratolyse mit externen Anwendungen Urea- oder Salizylsäure-haltiger Präparate. Weiterhin könne den Patienten zu atmungsaktivem Schuhwerk, etwa zu Schuhen mit Ledersohle sowie zum täglichen Wechsel der Socken geraten werden, empfiehlt Dissemond. Die Socken sollten möglichst aus Wolle sein, damit sie Feuchtigkeit abtransportieren können.

Zur Minderung einer übermäßigen Schweißproduktion biete sich die Leitungswasser-Iontophorese an. Dabei werden mit Hilfe von Wasserbädern oder mit feuchten Elektroden kontinuierlich oder hochfrequent gepulste Gleichströme durch die Hautareale geleitet. Dies soll die Reizschwelle der Schweißsekretion erhöhen.

Infos (auf Englisch) im Web: http://emedicine.com/derm/topic332.htm

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