Ärzte Zeitung, 16.05.2007

Adalimumab bewährt sich bei Psoriasis

Gute Ergebnisse in Phase-III-Studie / Antrag auf Zulassungserweiterung

DRESDEN (grue). Der Antikörper Adalimumab ist bei mittelschwerer und schwerer Schuppenflechte wirksamer als Methotrexat. Bereits im ersten Monat bessert sich der Hautbefund um fast 60 Prozent. Mit der erweiterten Zulassung wird zum Jahreswechsel gerechnet.

Adalimumab (Humira®) ist bereits zur Therapie bei Rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis und ankylosierender Spondylitis zugelassen. Der humane monoklonale TNF-alpha-Antikörper wird alle 14 Tage subkutan injiziert. Damit wurden in einer dreiarmigen Studie Patienten mit Psoriasis vulgaris behandelt.

Es sei der erste direkte und Placebo-kontrollierte Vergleich zweier Psoriasis-Medikamente, sagte Professor Michael Sticherling in Dresden. Auf Adalimumab 40  mg sprachen acht von zehn Patienten an. Ihr Hautbefund besserte sich innerhalb von vier Monaten um mindestens 75 Prozent (PASI-75-Response), wie der Kollege aus Erlangen berichtete.

Mit Methotrexat erreichten das 36 Prozent, mit Placebo 19 Prozent der Patienten. "Mit Adalimumab besserte sich der Hautzustand schon nach den ersten zwei Injektionen um durchschnittlich 57 Prozent", so Sticherling bei einer Veranstaltung von Abbott. "Der schnelle Wirkeintritt und die gute Verträglichkeit machen Adalimumab zu einer Option für Patienten, die erheblich unter der Schuppenflechte leiden." Das sind etwa ein Drittel der Patienten.

Eine Langzeittherapie mit dem Antagonisten stabilisiere den Hautbefund, so Sticherling. Das belegt eine Studie, in der Patienten die Arznei fast ein Jahr erhielten. Sie erzielten damit ein besseres Ergebnis als jene, die nach acht Monaten zu Placebo wechselten. "Kontinuierliche Therapie und ständige Betreuung sind bei schwerer Psoriasis besonders wichtig", so Sticherling. Das gelte auch für PUVA oder Ciclosporin, die ähnlich erfolgreich seien wie die Biologicals.

Lesen Sie dazu auch:

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »