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Lästige Plage durch toxische Raupenhaare

NEU-ISENBURG (mut). Toxische Raupen-Härchen belästigen derzeit die Menschen in einigen Regionen Deutschlands. Sie führen meist zu juckenden Ekzemen und Urtikaria, können aber auch Asthma-Anfälle oder einen anaphylaktischen Schock auslösen.

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Ekzeme nach dem Tollen auf dem Spielplatz oder Sportplatz, plötzliche Atemnot bei einem Waldspaziergang, aber auch Quaddeln am ganzen Körper oder plötzliches Fieber - kommen Patienten in trockenen und warmen Gebieten in Deutschland derzeit mit solchen Symptomen in die Praxis, sind möglicherweise winzige Raupenhaare die Ursache.

Nach dem milden Winter und dem warm-trockenen April treten in diesem Jahr erneut die Larven des Eichenprozessionsspinners in Massen auf. Die Tiere sind vor allem auf Eichen zu finden und bilden dort nestartige Gespinste. Um Fressfeinde abzuwehren, verfügen sie über toxische Brennhaare mit Widerhaken, die, vom Wind verteilt, als Miniharpunen Menschen im Umkreis von bis zu 30 Metern piesacken. Antihistaminika und topische Kortikoide können die Beschwerden meist gut lindern.

"Betroffen sind vor allem Regionen mit Weinbau-Klima", so Professor Alfred Wulf von der Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Kassel. Zu den Gebieten zählen der Oberrhein, der Norden Baden-Württembergs, Südhessen, Nordbayern, der Osten von Rheinland-Pfalz aber auch der Westen von Nordrhein-Westfalen sowie Teile von Sachsen-Anhalt und Brandenburg. In einigen dieser Regionen werden bereits Waldwege für die Öffentlichkeit gesperrt, Spielplätze, Schulen und Kindergärten kurzfristig geschlossen, bis die Nester von Fachpersonal vernichtet sind.

Der Spuk dauert noch bis Mitte Juni/Anfang Juli. Dann haben sich die meisten Larven verpuppt. Für Waldarbeiter sind die verlassenen Gespinste aber weiterhin eine Gefahr: Die toxischen Härchen können in den Nestern Jahre überdauern.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Weht der Wind winzige Giftharpunen aus dem Wald, raubt das manchen den Atem und lässt die Haut jucken

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