Wirtschaftliche Therapie bei Psoriasis ist möglich

FRANKFURT AM MAIN (djb). Die Etanercept-Behandlung von Patienten mit mittelschwerer und schwerer Plaque-Psoriasis ist mit hohen Kosten verbunden. Trotzdem ist sie selbst aus Sicht der Kostenträger wirtschaftlich.

Veröffentlicht:

Insgesamt verringern sich die Therapiekosten mit dem TNF-alpha-Rezeptor Etanercept (Enbrel®) mit zunehmendem Schweregrad der Psoriasis. Das hat eine Kosten-Nutzwert-Analyse von Professor Wolf-Henning Boehncke aus Frankfurt am Main ergeben (JDDG 5, 2007,1). Vorgestellt hat er sie bei einer Veranstaltung des Unternehmens Wyeth Pharma.

Die intermittierende systemische Therapie mit Etanercept - zwei Fertigspritzen mit 25mg pro Woche s.c. - wurde mit einer topischen Standardtherapie verglichen. Die Behandlung mit Etanercept war kosteneffektiv, wenn die Patienten Ausgangswerte von mindestens 15 Punkten bei PASI und DLQI hatten, sagte Boehncke.

Zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit dienten die qualitätsbereinigten Lebensjahre (QALY). Mit QALY werden die Kosten der Therapie ins Verhältnis zu den Verbesserungen gesetzt. Bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis (PASI und DLQI mindestens 15) betragen die Kosten für ein QALY mit Etanercept etwa 32 000 Euro. Damit liegen sie unterhalb der von den Kostenträgern als kosteneffektiv festgelegten Grenze von 40 000 Euro pro QALY. Bei Patienten mit einer noch schwerer ausgeprägten Psoriasis (PASI und DLQI mindestens 20) kostet ein hinzugewonnenes Lebensjahr mit optimaler Lebensqualität mit Etanercept-Therapie nur etwa 19 000 Euro.

STICHWORT

QUALY, DLQI, PASI

Mit der Skala QALY (Quality Adjusted Life Year) werden Qualität und Quantität der Restlebenserwartung bewertet. Jedem Zeitpunkt der Restlebenserwartung wird ein Lebensqualitätswert zwischen 0 (schlechtester Gesundheitszustand) und 100 (bester Gesundheitszustand) zugeordnet. Mit diesem Wert wird dann die Lebensdauer gewichtet.

Der DLQI (Dermatology Life Quality Index) beurteilt die gesundheitsbezogene Lebensqualität mit zehn Fragen zu Symptomen, Beruf und Arbeit, Freizeit und sozialen Beziehungen, zu Therapie und Alltagsaktivitäten. Je höher die Punktzahl ist, umso schlechter ist die Lebensqualität. Das Maximum liegt bei 30 Punkten.

Mit dem PASI (Psoriasis Area and Severity Index) lässt sich die Krankheitsaktivität nach Schwere und der Ausdehnung der befallenen Körperfläche einteilen. Der Punktwert reicht von 0 (keine Hautläsionen) bis 72 (vollständiger Befall mit schweren Läsionen). Von mittelschwerer bis schwerer Psoriasis spricht man dann, wenn mindestens eines von drei Kriterien gegeben ist: PASI und DLQI je mindestens 10 Punkte oder BSA (Body Surface Area) mindestens 10 Prozent.

(djb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Impfen gegen Krebs

Malignes Melanom: Impfen als Booster für die Checkpointblockade

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe

Ausgewählte Best-of-Abstracts

Melanome – ein Risikoscore für die Immuntherapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Digitale Integration: In der elektronischen Patientenakte sollen sämtliche Befunde, Verordnungen und Behandlungsstationen eines Patienten gespeichert werden. Den mündigen Umgang damit, müssen viele erst noch lernen.

© Andrea Gaitanides / stock.adobe.com

Datenschutz im Praxisalltag

ePA 2026: Schutzlücken bleiben – wie sie im Alltag umschifft werden können