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Erythrasma - da sind fettige Salben und Feuchtigkeit tabu

ESSEN (ner). Intertriginöse Hautflecken können alles Mögliche sein. Differenzialdiagnostische Hinweise ergeben sich aus der Farbe der Flecken, der Art der Läsion sowie anamnestischen Hinweisen wie Juckreiz oder übermäßiges Schwitzen. Fluoresziert die Läsion bei Bestrahlung mit UV-A-Licht, dürfte es sich um ein Erythrasma handeln.

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Gelbbraune, glatte Flecken, die über Wochen größer werden und dann konfluieren - das ist der typische Verlauf eines Erythrasmas. Es findet sich bevorzugt in intertriginösen Arealen von Skrotum, großen Labien, axillär oder submammär. Oft handelt es sich um Zufallsbefunde, weil die Erkrankung meist symptomlos ist, allenfalls mit leichtem Juckreiz einhergeht. Später kann sich eine feinlammilläre Schuppung bilden.

Daran erinnert Privatdozent Dr. Joachim Dissemond aus Essen und beschreibt die Fallgeschichte eines 37-jährigen Mannes. Dieser klagte über seit einem Jahr sich vergrößernde symptomlose Hautveränderungen in beiden Axillae. Außerdem schwitze er in dieser Region stark (MMW 20, 2008, 5).

Feuchtigkeit prädisponiert zu Hautveränderung

Männliches Geschlecht und Feuchtigkeit sind prädisponierende Faktoren des Erythrasmas. In diesem Milieu können sich die Erreger, grampositive Korynebakterien (Corynebacterium minutissimum), gut vermehren. Begünstigt werde die Infektion auch bei Adipositas, Diabetes mellitus oder bei Immunsuppression, so Dissemond.

Mit einer Prävalenz von fünf bis zehn Prozent ist das Erythrasma häufig. Dennoch muss man bei der Differenzialdiagnose an ebenfalls häufige und ähnliche Hauterkrankungen denken. Dazu gehören vor allem die Tinea, deren Erscheinungsbild jedoch rötlich ist und die stets juckt, die Candidose mit roter Farbe und Erosionen sowie die Psoriasis mit der starken Schuppung. Weil die Erythrasma-auslösenden Korynebakterien Porphyrin produzieren, fluoreszieren sie unter UV-A-Licht. Zur Diagnostik kann deshalb die Wood-Licht-Lampe benutzt werden. Weitere diagnostische Optionen sind die Gram-Färbung der Schuppen, eine Bakterien-Kultur sowie der histologische Nachweis der grampositiven Stäbchen im Stratum corneum.

Den Patienten sollte eine konsequente Körperhygiene mit sauren Seifen oder Syndets (synthetische Detergenzien) empfohlen werden, Feuchtigkeit und fettige Salben sind zu meiden. Ergänzt wird die Behandlung mit topischen Antimykotika vom Azoltyp, zum Beispiel Clotrimazol, Ketoconazol oder Bifonazol.

Gegebenenfalls kommen auch topische oder systemische Antibiotika wie Erythromycin in Betracht. Die Therapiekontrolle kann mit der Wood-Licht-Lampe erfolgen. Die Patienten sollten darüber aufgeklärt werden, dass die Hyperpigmentierungen der Haut auch nach Entfernung der Erreger noch einige Wochen fortbestehen können, empfiehlt der Essener Kollege.

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