Direkt zum Inhaltsbereich

Manchem Musiker geht sein Instrument auf die Haut

Metalle, Chemikalien und die mechanische Belastung fördern Kontaktdermatitiden bei Musikern.

Veröffentlicht:
Druck aufs Mundstück lässt die Lippen anschwellen.

Druck aufs Mundstück lässt die Lippen anschwellen.

© imagebroker / theissen / imago

SAN DIEGO (rb/eis). Instrumente lösen bei Musikern durchaus häufiger Hautausschläge aus, wie auf der Jahrestagung der American Academy of Dermatology berichtet worden ist.

Betroffen sind hauptsächlich Hände und Gesicht aber auch andere Kontaktstellen am Körper etwa der vordere laterale Halsbereich bei Geigern (Geigerfleck).

Der Dermatologe Dr. Anthony Fransway aus Fort Myers in Florida rät in einer Mitteilung der Gesellschaft, nach der Art des Instruments und verdächtigem Material für die Beschwerden zu fahnden. Kritisch sind:

Metalle in Blechblasinstrumenten (auch in Flöten!): Nickel, Kobalt, Palladium, Silber oder Gold begünstigen Kontaktdermatitiden. Druck auf die Mundstücke kann zu Lippenschwellungen führen und über Mundstücke können sich Bakterien (Staphylokokken) und Viren (Herpes simplex, HPV, Hepatitisviren) verbreiten.

In Holzblasinstrumenten können Rohrblätter, Chrom, Kobalt, exotische Hölzer und Nickel Kontaktdermatitiden hervorrufen. Es kann ebenfalls zu Lippenschwellungen und Infektionen mit Bakterien und Viren kommen.

Auch Saiteninstrumente können Kontaktdermatitiden verursachen durch Chrom, exotisches Holz, Phenylendiamin in Holzfärbemitteln, Bienenharz in Lacken (zum Beispiel für alle Stradivaris verwendet) und Kolophonium.

Ob es sich um eine irritative oder allergische Dermatitis handelt, ist dermatologisch zu klären. Patchtests helfen, das auslösende Agens zu identifizieren.

Bis zum Abheilen der Dermatitis sollten die Betroffenen, sofern dies möglich ist, nicht musizieren. Topische Kortikoide oder Kalzineurin-Hemmer können die Heilung beschleunigen.

Zur Prophylaxe irritativer Dermatitiden, die durch Druck oder Reibung ausgelöst werden, rät Fransway, den Kontaktbereich zu verändern.

Allergischen Beschwerden kann ein Materialaustausch vorbeugen. So sind etwa Mundstücke, aber auch Saiten in unterschiedlichen Zusammensetzungen erhältlich.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Risko für viele psychische Leiden erhöht

Atopische Dermatitis belastet viele Kinder seelisch sehr

Innovative Therapieansätze

Mit Fischhaut gegen den diabetischen Fuß

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Update der S3-Leitlinie

Neue Empfehlung in der Sepsis-Therapie

Lesetipps
Apixaban, ein orales Antikoagulans zur Behandlung und Vorbeugung von Blutgerinnseln sowie zur Vorbeugung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern.

© Soni's / stock.adobe.com

Vergleich bei dreimonatiger Therapie-Zeit

Apixaban vs. Rivaroxaban: Welches DOAK hat das geringere Blutungsrisiko?

Eine Ampel, bei der alle drei Lichter an sind.

© soulartist / stock.adobe.com

Häufige Nebenwirkung

Obstipation bei Schmerzpatienten: Ampeltest hilft bei Bewertung der Darmfunktion