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Krampfadern - erblich und ansteckend?

Wenn Eltern oder Geschwister Krampfadern bekommen, erhöht das das Risiko, selbst eines Tages betroffen zu sein. Das bestätigen umfangreiche Registerdaten aus Schweden. Interessant auch: Hat die Frau Krampfadern, ist auch der Ehemann gefährdet.

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:
Das Risiko, wegen einer Varikosis operiert werden zu müssen, ist erhöht, wenn ein Elternteil Krampfadern hat.

Das Risiko, wegen einer Varikosis operiert werden zu müssen, ist erhöht, wenn ein Elternteil Krampfadern hat.

© Springer Medizin

NEU-ISENBURG. Bereits der kanadische Arzt Professor William Osler, einer der ersten Mediziner am Johns Hopkins Hospital in Baltimore, hat wohl frühzeitig den genetischen Hintergrund der Varikosis erkannt, als er sinngemäß scherzhaft schrieb, Varizen seien das Ergebnis einer falschen Entscheidung bei der Wahl der Großeltern.

Auf statistisch sichererem Grund beruhen dagegen die Erkenntnisse der schwedischen Studie auf der Basis des nationalen Swedish Multi-Generation Register (British Journal of Surgery 2012; 99: 948 - 953).

Das Register enthält die Daten von fast 40.000 Patienten, die wegen Varizen stationär behandelt wurden, und zwar zwischen 1965 und 2008. Berechnet wurde als Maß für das Erkrankungsrisiko die "standardized incidence ratio" (SIR) mit dem Verhältnis der beobachteten zu den erwarteten Varizenfällen.

Die Zahl der erwarteten Fälle wurde dabei berechnet etwa auf der Basis des Alters, des Geschlechts und des sozioökonomischen Status jener Patienten, die keine Angehörigen mit Varizen haben.

Erkrankte Eltern und Geschwister erhöhen das Risiko

Die statistischen Berechnungen ergaben bei einem Studienteilnehmer mit nur einem an Varizen erkrankten Elternteil einen SIR-Wert von 2,39. Mit 2,89 lag er bei Menschen mit nur einem erkrankten Geschwister etwas höher.

Waren mehrere Geschwister erkrankt oder beide Eltern, dann betrugen die SIR-Werte sogar 5,88 und 5,52 - die Betroffenen haben also ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst eines Tages wegen einer Varikosis behandelt werden zu müssen.

Aber auch Nichtverwandte erhöhen möglicherweise - wenn auch nur leicht - das Varizenrisiko. Denn es stellte sich in der Studie heraus, dass der SIR-Wert der Ehefrauen von Männern, die wegen Varizen behandelt wurden, bei 1,69 lag, jener von den Ehemännern der an Varizen erkrankten Frauen bei 1,68.

Nach Ansicht der schwedischen Wissenschaftler ist das ein Hinweis darauf, dass bei der Entstehung von Varizen auch Ernährungsfaktoren und die körperliche Aktivität von Bedeutung sein könnten.

Im Zusammenhang mit dem genetischen Hintergrund der Gefäßerkrankung konnte bisher kein spezifisches Gen ausgemacht werden. Allerdings, so die Wissenschaftler weiter, seien Mutationen im FOXC2-Gen (Forkhead box protein C2) entdeckt worden, die mit einer Schwäche der Gefäßklappen in den Beinvenen assoziiert sind.

Quelle: www.springermedizin.de

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