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Akne-Therapie

Hauttyp entscheidet über die Wirksamkeit

Clindamycin und Nicotinamid sind zwei häufig rezeptierte Substanzen zur topischen Akne-Therapie. An der Wirksamkeit der Substanzen besteht an sich kein Zweifel. Ein direkter Vergleich stand bislang aber weitgehend aus.

Von Dr. Dagmar Kraus Veröffentlicht:
Mit etwas Geduld bekommt man Akne in den Griff.

Mit etwas Geduld bekommt man Akne in den Griff.

© Dron/fotolia.com

TABRIZ / IRAN. Das Antibiotikum Clindamycin bessert lokal aufgetragen das Hautbild bei Akne vulgaris.

Wie bei jeder Antibiotikabehandlung besteht aber auch hier die Gefahr einer Resistenzentwicklung, weswegen langfristige Anwendungen umstritten sind.

Das antientzündlich wirkende Vitamin B3-Derivat Nicotinamid birgt eine solche Gefahr nicht. Doch ist es genauso wirksam?

Das haben Dermatologen aus dem Iran an 80 Patienten mit einer moderat entzündlichen Akne randomisiert und doppelblind überprüft. Sie hatten die eine Hälfte der Probanden (n = 40) angewiesen, zweimal täglich ein 1%iges Clindamycin-Gel auf die Haut aufzutragen.

Die anderen sollten ein 4%iges Nicotinamid-Gel benutzen. Außerdem unterteilten die Forscher die Mitglieder jeder Gruppe in Probanden mit fettiger Haut und Probanden mit nicht-fettiger Haut.

Beide Gruppen profitierten

In puncto Krankheitsdauer und Hauttyp unterschieden sich die Gruppen kaum. Auch der Schweregrad der Akne - beurteilt anhand der Zahl der Pusteln und Papeln sowie des im The Cook´s Acne Grading System ermittelten Scores - war ähnlich (Int J Dermatol 2013; 52: 999-1004).

Die Patienten beider Gruppen profitierten von der Behandlung. Nach acht Wochen waren auf den Gesichtern signifikant weniger entzündliche Pusteln und Papeln zu zählen als zu Beginn. Dabei machte es keinen Unterschied, ob mit Clindamycin oder Nicotinamid gecremt wurde.

Am Hauttyp orientieren!

So sank der Akne-Score in der Clindamycin-Gruppe von anfangs durchschnittlich 5,70 (± 0,94) auf 3,85 (± 1,66) nach vier und 2,03 (± 1,53) nach acht Wochen. Unter Nicotinamid lag der Score zunächst bei durchschnittlich 5,93 (± 0,83), später bei 4,03 (± 1,33) bzw. 2,08 (± 1,59).

Ein etwas anderes Bild ergab sich, als die Dermatologen den Hauttyp berücksichtigten. Patienten mit nicht-fettiger Haut sprachen auf Clindamycin besser an als auf Nicotinamid, Patienten mit fettiger Haut hingegen profitierten von Nicotinamid mehr als von Clindamycin.

Die besten Ergebnisse waren bei Aknepatienten mit nicht-fettiger Haut unter Clindamycin-Behandlung zu beobachten, gefolgt von den Nicotinamid-Behandelten mit fettiger Haut, den Clindamycin-Patienten mit fettiger Haut sowie den Nicotinamid-Patienten mit nicht-fettiger Haut.

Fazit: Mit Nicotinamid und Clindamycin lassen sich bei Akne ähnlich gute Erfolge erzielen.

Die Studienautoren empfehlen jedoch, sich bei der Wahl des Wirkstoffs am Hauttyp zu orientieren. Bei fettiger Haut sei Nicotinamid der Vorzug zu geben, bei nicht-fettiger Haut Clindamycin.

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