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Kryotherapie

Eiszeit für Narben

Zur Therapie bei Keloiden bzw. hypertrophen Narben nach Verletzungen gibt es viele Optionen. Einige der neueren Verfahren sind einer Übersichtsarbeit zufolge recht vielversprechend.

Dr. Robert BublakVon Dr. Robert Bublak Veröffentlicht:
Keloid-Akne.

Keloid-Akne.

© Dr. Hans Schulz, Bergkamen

MÜNCHEN. Eine der jüngsten Erfindungen, überschießende Vernarbungen auf ein ästhetisch vertretbares Maß zurückzuführen, ist die intraläsionale Kryotherapie.

Dabei wird eine Sonde in die hypertrophe Narbe oder das Keloid eingeführt und mit einem Behälter verbunden, der flüssigen Stickstoff enthält. Das Gewebe wird von innen nach außen gefroren.

Im Mittel schrumpft das Narbenvolumen bei einem Therapiegang um 51 Prozent. Ohrkeloide gehen sogar um 70 Prozent zurück. Die am oberen Rücken, an Schulter und Brust gemessenen Reduktionen betrugen 60 Prozent - wohlgemerkt nach einer einzigen Sitzung (Clin Cosmet Investig Dermatol 2013; 6:103-114).

Drei bis sechs Sitzungen erforderlich

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Auch die intraläsionale Injektion des Zytostatikums Fluorouracil gehört zu den neueren Optionen gegen Narbenwucherungen. Schätzungsweise 50 Prozent der Keloide sprechen auf die Behandlung an. Auch Interferon-a-2b kann intraläsional injiziert werden.

Das ist zwar weder arm an Nebenwirkungen noch billig, aber eine veritable Option bei therapieresistenten Keloiden.

Zu den gängigen Strategien, hypertrophe Narben und Keloide loszuwerden, gehören intraläsionale Injektionen von Triamcinolonacetonid. Die Spritzenkur allein zielt vor allem auf kleine, noch relativ frische überschießende Narben und Keloide.

Sind die Gewebewucherungen schon älter, ist eine Kombination der Kortikoidinjektion mit einer Kryotherapie zu empfehlen.

Meist sind drei bis sechs Sitzungen erforderlich, wobei zwischen den einzelnen Anwendungen drei bis vier Wochen Pause einzulegen sind.

Daneben kann man Narben und Keloide auch mit einer Drucktherapie bekämpfen bzw. ihnen vorbeugen. Strahlen- und Lasertherapie sind ebenfalls etabliert.

Zwiebelextrakte können helfen

Die positive Wirkung von Silikongel-Produkten beruht wahrscheinlich auf der Normalisierung des transepidermalen Wasserverlustes und nicht so sehr auf der Fähigkeit des Silikons, die Narbenbildung zu hemmen.

Zwiebelextrakte bzw. deren vermutlich wirksame Bestandteile Quercetin und Kaempferol sollen gut dabei helfen, unschöne Narben nach lasergestützter Tattoo-Entfernung zu verhindern. Sie eignen sich für die Zusatztherapie aktiver hypertropher Narben sowie für die postoperative Prophylaxe.

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