Ärzte Zeitung online, 26.02.2014

Kosmetik-Komplikationen

Wo Laserlicht ist, ist auch Schatten

Narben, Verbrennungen, Blasen, Pigmentstörungen: Das sind nicht die Ergebnisse, die sich Kunden von einer kosmetischen Lasertherapie erwarten. Die Ursache unerwünschter Effekte sind meist Fehler seitens des Anwenders.

MINNEAPOLIS. Laserspezialisten an der Hautklinik der Universität von Minnesota in Minneapolis haben in einer Studie knapp 500 Fälle von Komplikationen dokumentiert, die nach Lasertherapie und anderen energiebasierten Verfahren (wie zum Bispiel Blitzlampentechnik und Radiofrequenzeinsatz) zu kosmetischen Zwecken aufgetreten sind.

Laser wurden am häufigsten eingesetzt, um Haare, Teleangiektasien bzw. andere Hautrötungen zu entfernen oder um einen Verjüngungseffekt zu erzielen (Dermatol Surg 2014, online: 14. Februar).

Bei diesen drei Indikationen registrierten die Forscher auch die meisten Zwischenfälle, wobei Verbrennungen (36 Prozent der Komplikationen) vor Narben (20 Prozent), Infektionen (17 Prozent), Blasenbildung (elf Prozent) und Pigmentierungsstörungen (neun Prozent) rangierten.

Die Anwendung der verschiedenen Formen von Lasern war für rund 200 unerwünschte Wirkungen verantwortlich, der Einsatz von Blitzlampen für etwa 140. Fehler des Anwenders belegten mit 30 Prozent Platz 1 der Ursachenstatistik.

Beispiele dafür sind versäumte Probebehandlungen zur Abschätzung der Hautreaktion der Patienten, fehlerhafte Geräteeinstellungen, ungenügend gereinigte Laserköpfe und versäumter Augenschutz. Fehlfunktionen der Geräte waren für 20 Prozent, falsches Verhalten der Patienten - etwa zu frühe Sonnenexposition - für vier Prozent der Komplikationen verantwortlich.

Damit die Zahl kosmetisch inakzeptabler Resultate geringer ausfällt, raten die Dermatologen aus Minneapolis, einen Katalog von Gegenmaßnahmen zu befolgen.

Vor der Lasertherapie sollte man

alle anderen Tätigkeiten einstellen

die schriftliche Zustimmung des Patienten einholen

den Namen des Patienten prüfen

sich davon überzeugen, dass das richtige Gerät am richtigen Behandlungsort eingesetzt wird

Allergien der Patienten berücksichtigen

Kontraindikationen beachten

die Patienten darauf ansprechen, ob sie noch Fragen haben

die Kostenfrage klären

prüfen, ob die Geräteeinstellungen korrekt sind

prüfen, ob der Augenschutz korrekt sitzt

sicherstellen, dass kein Feuer ausbrechen kann

Während der Behandlung ist Folgendes zu beachten:

mit einem ersten Laserpuls prüfen, wie die Haut reagiert

nur weiterbehandeln, wenn die Reaktion es zulässt, sonst stoppen

Schmerzen der Patienten erfragen, stoppen, wenn die Prozedur zu schmerzhaft ist

die Patienten mit geeigneten Präparaten für die Nachbehandlung versorgen

den Patienten vor der Entlassung sorgfältige Anweisungen für die Zeit nach der Behandlung geben.

(rb)

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