Ärzte Zeitung, 15.07.2014

Therapie-Alternative

Doxycyclin plus topische Therapie bei nodulärer Akne

Wenn Patienten mit einer schweren nodulären Akne die Therapie mit oralem Isotretinoin ablehnen oder nicht vertragen, kann alternativ eine Kombination aus Doxycyclin plus Adapalen/Benzoylperoxid-Gel versucht werden.

Von Beate Schumacher

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Patient mit schwerer nodulärer Akne: Bakterien sind entscheidend am Verlauf des Entzündungsprozesses beteiligt.

© Friedemann Lätsch / panthermedia

ONTARIO. Orales Isotretinoin (ISO) gilt als Goldstandard in der Behandlung von schwerer knotenförmiger Akne. Das Retinoid ist allerdings mit einer Reihe von Nebenwirkungen belastet, die außer der Haut unter anderem auch Blutbild, Leber und Augen betreffen können.

Wegen der teratogenen Wirkung ist außerdem bei Frauen im gebärfähigen Alter eine strikte Kontrazeption erforderlich.

Für Patienten, die diese Nebenwirkungen nicht auf sich nehmen wollen oder können, scheint die Kombination aus oralem Doxycyclin 200 mg plus Adapalen 0,1 Prozent/Benzoylperoxid 2,5 Prozent (D+A/BPO) eine Option zu sein.

Es handelt sich dabei um eine Alternative, deren Erfolg der Behandlung mit ISO nicht nachsteht, wie kanadische Dermatologen im "British Journal of Dermatology" berichten (Br J Dermatol 2014, online 16. Juni).

Die Ärzte um Jerry Tan von der Universität in Ontario hatten die beiden Regime in einer randomisierten Studie gegeneinander getestet und den Behandlungserfolg anhand eines kombinierten Endpunktes aus Wirksamkeit und Sicherheit beurteilt.

Die 133 Patienten mit D+A/BPO sprachen etwas schneller auf die Behandlung an als die 133 Patienten mit ISO. Bei Letzteren waren jedoch nach 20-wöchiger Therapie Knoten (96 vs. 89 Prozent), Papeln und Pusteln (95 vs. 80 Prozent) sowie Hautläsionen insgesamt (93 vs. 78 Prozent) deutlich stärker zurückgegangen.

Die Differenz im definierten Wirksamkeitsendpunkt - eine mindestens 75-prozentige Reduktion von knotigen Hautveränderungen - fiel jedoch gering aus (98 vs. 96 Prozent). Eine Verbesserung um mindestens zwei IGA-Stufen wurde häufiger bei den ISO-Patienten gesehen (90 vs. 74 Prozent).

Behandlungsbezogene Nebenwirkungen wurden bei 88 Prozent der Patienten mit ISO und bei 53 Prozent der Patienten mit D+A/BPO registriert, die meisten davon an Haut, Schleimhäuten oder Magen-Darm-Trakt.

Nur unter ISO traten fünf schwere Nebenwirkungen auf, darunter ein Stevens-Johnson-Syndrom. Als medizinisch relevant wurden 33,8 Prozent der Ereignisse eingestuft, gegenüber 18 Prozent unter D+A/BPO.

Den aus Wirksamkeit und Sicherheit zusammengesetzten Endpunkt erreichten in der Intention-to-Treat-Analyse 55 Prozent der ISO- und 64 Prozent der D+A/BPO- Patienten, in der Per-Protocol-Analyse waren es 58 vs. 74 Prozent.

"Die Kombination D+A/BPO könnte demnach eine sinnvolle Behandlungsoption für schwere noduläre Akne darstellen", schreiben Tan und Kollegen. Sie räumen allerdings ein, dass die verwendete Doxycyclindosis von 200 mg "im oberen Spektrum" liege. Zudem hänge die Eignung einer Aknetherapie entscheidend von der Langzeitremission ab, die in dieser Studie nicht untersucht wurde.

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