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Schleimhautläsion

Liegt eine Systemerkrankung vor?

Schleimhautläsionen können simple iatrogene Ursachen haben. Sie können aber auch auf eine Systemerkrankung hinweisen oder genetische Ursachen haben. Das macht die Sache nicht einfacher.

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MÜNCHEN. Pathologische Befunde an der Schleimhaut sind häufig Symptom einer Systemerkrankungen, ein standardisiertes Vorgehen und eine gute Differenzialdiagnose seien deshalb wichtig, betonte Professor Leena Bruckner-Tuderman, Freiburg, bei der 24. Fortbildungswoche für praktische Dermatologie und Venerologie in München.

So sind Aphthen im Mundbereich zwar häufig iatrogen bedingt, etwa durch eine schlecht sitzende Prothese. Bei progredientem Befund sollte aber auch an einen Pemphigus gedacht werden. Er beginnt in 30 Prozent der Fälle mit hartnäckigen Läsionen der Mundschleimhaut.

Und hinter brennenden Ulzerationen am harten Gaumen gepaart mit einem Schmetterlingsexanthem kann ein systemischer Lupus erythematodes stecken. "Hier kann der dermatologische Befund eine frühe Diagnostik und Therapie einleiten", so Bruckner-Tuderman.

Unterdiagnostiziert sei auch der Lichen ruber des Ösophagus. Er tritt zu 90 Prozent bei Frauen auf. Wegweisend sind Dysphagie und Odynophagie.

Barrett-Syndrom und eosinophile Ösophagitis müssen ausgeschlossen werden

Bei der Hälfte der Patienten ist der Befall des Ösophagus die Erstmanifestation des Lichen ruber. 90 Prozent der Patienten entwickeln orale, 40 Prozent anogenitale und 40 Prozent dermale Manifestationen. Als Komplikation kann - bei weniger als 5 Prozent - ein Stachelzellkarzinom auftreten.

In der Ösophagoskopie finden sich Strikturen, weißliche Beläge und Erosionen. Besteht der Verdacht, sollte eng mit einem Gastroenterologen zusammengearbeitet werden.

Differenzialdiagnostisch müssen Barrett-Syndrom und eosinophile Ösophagitis ausgeschlossen werden. Für die Therapie stehen systemische und lokale Steroide zur Verfügung sowie Azathioprin und Cyclosporin A. Gut wirksam gegen die Schmerzen ist nach Angaben von Bruckner-Tuderman 0,01%iges Budesonid-Gel zum Schlucken.

Die Notwendigkeit einer sorgfältigen körperlichen Untersuchung erläuterte Bruckner-Tuderman am Beispiel eines elfjährigen Mädchens mit weißlich belegten Mundwinkelrhagaden, belegter Zunge und negativem Candida-Befund.

Bei genauerer klinischer Inspektion fanden sich verdickte Nägel und plantare Hyperkeratosen und. Letztlich konnte die Diagnose einer Pachyonychia congenita, einer seltenen Genodermatose, gestellt werden. (feb)

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