Ärzte Zeitung, 31.05.2016

Onychomykosen:

Was bringt der CO2-Laser zusätzlich zur topischen Therapie?

SCHANGHAI. Die topische Therapie bei Onychomykosen hat mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Womöglich hilft die unterstützende Laser-Behandlung, sie zu überwinden.

Die lokale Behandlung von pilzbefallenen Finger- oder Zehennägeln kann auf ein Arsenal wirksamer Substanzen zurückgreifen. Die Wirksamkeit wird jedoch nicht selten eingeschränkt, weil es den Präparaten nicht gelingt, die Nagelplatte zu durchdringen. Die systemische Therapie ist eine Alternative, Nebenwirkungen wie etwa toxische Effekte an der Leber setzen ihr freilich Grenzen.

 Für manche Patienten kommt sie daher nicht infrage. Ein weiteres Problem der Behandlung verpilzter Nägel ist die hohe Rate an Rückfällen. Forscher der Tongji-Universität, Schanghai, haben geprüft, ob der Einsatz eines Lasers der lokalen Onychomykosetherapie größeren Nachdruck verleihen kann. Beteiligt waren 75 Patienten mit insgesamt 356 befallenen Nägeln. Die Patienten bekamen Terbinafin zur dreimonatigen täglichen lokalen Anwendung. Zusätzlich wurden die befallenen Nägel dreimal in vierwöchigem Abstand einer fraktionierten Therapie mit CO2-Laser unterzogen.

Nach drei Monaten fiel die Pilzprüfung im Kalilaugenpräparat bei 95 Prozent der Patienten negativ aus, in 92 Prozent der Kulturen waren ebenfalls keine Pilze nachweisbar. Die Quoten fielen allerdings mit der Zeit und lagen nach sechs Monaten noch bei 84 und 80 Prozent (J Am Acad Dermatol 2016, 74,5: 916-923).

Die Forscher berechneten die Effektivität der kombinierten Therapie mit 80 Prozent. Der Wert lag in etwa gleichauf mit oder sogar über den in früheren Studien für die topische (46 Prozent), orale (76 Prozent), orale plus topische Therapie (86 Prozent) bzw. Lasertherapie (70 Prozent) ermittelten Quoten.

Die Erfolgsrate hing auch von der Art der Onychomykose ab, wie ein Vergleich der beiden häufigsten Formen zeigte. Ein vollständiges klinisches Ansprechen auf die kombinierte Therapie aus Terbinafin und Laser zeigten nach sechs Monaten 17 der 36 Patienten mit distaler lateraler subungualer Onychomykose und 2 der 27 Patienten mit totaler dystrophischer Onychomykose.

Weitere 13 bzw. 11 wiesen eine signifikante Response mit einer Verbesserung von mehr als 60 Prozent auf. Entsprechend unterschied sich die Zufriedenheit: Sehr zufrieden mit dem Behandlungsergebnis äußerten sich 27 Patienten mit distaler subungualer und 12 mit totaler dystrophischer Onychomykose.

Von den vier Patienten mit proximalem subungualem Pilzbefall war die Reaktion auf die Therapie bei dreien vollständig und bei einem signifikant. Von 8 Patienten mit weißer oberflächlicher Onychomykose sprachen fünf vollständig und drei signifikant an.Für die Bewertung der vorliegenden Ergebnisse ist laut den chinesischen Dermatologen zweierlei zu berücksichtigen: Es gab keine Kontrollgruppe, und die Nachbeobachtungszeit war relativ kurz. (rb)

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