Mit REACH auf der Spur der Atherothrombose

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Atherosklerose ist der Inbegriff degenerativer Gefäßveränderungen. Atherosklerotische Plaques wären allerdings wohl nur halb so gefährlich, wenn zur einengenden Gefäßwandverhärtung nicht noch eine weitere Veränderung hinzukäme: die Thrombusbildung.

Ein bestimmter Typ von Plaque - nämlich solche mit lipidreichem Kern und dünner fibröser Kappe - neigt zur Ruptur oder Erosion. Durch den Kontakt von Plaquebestandteilen mit dem strömenden Blut kommt es zur Aktivierung der intravasalen Thrombusbildung.

Atherothrombose ist deshalb die präzisere Bezeichnung für den Prozeß, der ischämischen Ereignissen in unterschiedlichen arteriellen Strombahnen zugrundeliegt, berichtete Professor Joachim Röther aus Hamburg auf einer von Sanofi-Aventis und Bristol-Myers Squibb organisierten Pressekonferenz in New Orleans. Dieser schleichende Prozeß kann zu Myokardinfarkt, Schlaganfall oder vaskulär bedingtem Tod führen.

Obwohl sie in der Atherothrombose einen gemeinsamen Nenner besitzen, werden koronare, zerebrale und periphere Gefäßerkrankung noch immer häufig als isolierte Störungen wahrgenommen. Dabei weisen viele Patienten gleichzeitig Veränderungen in mehr als einer arteriellen Strombahn auf, betonte Röther. Dann ist das kardiovaskuläre Risiko besonders hoch.

Die Initiatoren des REACH-Registers (Reduction in Atherothrombosis for Continued Health) haben sich deshalb vorgenommen, die Atherothrombose global zu untersuchen - und dies in dreifacher Hinsicht.

Zum einen hat man natürlich die unterschiedlichen klinischen Manifestationen dieses Gefäßprozesses im Auge. Auch im geographischen Sinne denken die REACH-Untersucher global und nehmen Ursachen und Folgen der Atherothrombose weltweit in unterschiedlichen Regionen und Bevölkerungsgruppen unter die Lupe. Und schließlich arbeitet man auch insofern global, als ganz unterschiedliche medizinische Fachrichtungen - außer Kardiologen, Neurologen und Angiologen auch niedergelassene Praktiker - in das Projekt eingebunden werden.

Ziel des Registers ist, Daten zum Gesundheitsstatus und zur Behandlung von Patienten zu erheben, die entweder die einschlägigen Risikofaktoren für atherothrombotische Erkrankungen haben oder bereits klinische Manifestationen dieser Erkrankungen entwickelt haben. Die Beobachtungsdauer wird zwei Jahre betragen.

Nach Abschluß der Rekrutierungsphase sind 63 529 Patienten in 43 Ländern im Register erfaßt, gab Professor Gabriel Steg aus Paris bekannt. Über 5000 Ärzte in aller Welt haben ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt. In Deutschland sind allein 5644 Patienten unter Beobachtung.

Wie kein anderes Register bietet REACH die Möglichkeit, zu Erkenntnissen über das Langzeitrisiko der Atherothrombose bei einem breiten Spektrum von Risikopatienten zu gelangen, betonte Steg. Erste Ergebnisse stellte er für das Frühjahr 2005 in Aussicht. (ob)

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