Ärzte Zeitung, 20.12.2004

An Weihnachten mehr tödliche Herzprobleme

Auch nicht kardial bedingte Todesfälle häufiger als an anderen Tagen des Jahres / Analyse von US-Daten

LA JOLLA (ob). Weihnachten und Neujahr sind festliche Höhepunkte des Jahres. Leider bilden beide Feste auch in weniger erfreulicher Hinsicht einen jahreszeitlichen Gipfel: Nach einer Analyse von Mortalitätsdaten in den USA ist die Zahl der Todesfälle an diesen Tagen so hoch wie zu keiner anderen Zeit.

In den Wintermonaten Dezember und Januar ist die kardiale Sterblichkeitsrate höher als etwa zwischen Juni und September, haben Studien ergeben. Ein US-Forscherteam um Dr. David Phillips aus La Jolla im US-Staat Kalifornien wollte nun wissen, ob diese winterliche Zunahme von Todesfällen etwas mit der Ferienzeit um Weihnachten und Neujahr zu tun hat.

Um dies zu klären, haben die Forscher eine große Datenbank genutzt, in der Informationen zum Tod aller 53 Millionen zwischen 1973 und 2001 gestorbenen US-Bürger gespeichert sind. Durch Mord, Selbstmord oder Unfall bedingte Todesfälle wurden bei dieser Auswertung nicht berücksichtigt (Circulation 2004; 110: 3781).

Untersucht wurde, in welchem Maße die gemäß statistischer Berechnung saisonal zu erwartende Zahl der Todesfälle mit der wirklich festgestellten Zahl übereinstimmte. An fast allen Tagen des Jahres ergab sich Übereinstimmung.

Auf Abweichungen stießen die Forscher in der Zeit der Weihnachtsferien. Vor allem am 25. und 26. Dezember und am Neujahrstag übertraf die reale Zahl der Todesfälle deutlich das erwartete Maß. Diese von den Foschern als "Holiday-Effekt" bezeichnete Zunahme der Mortalität betraf kardial, aber auch nicht kardial bedingte Todesfälle.

Eindeutig beantworten können sie die Frage nach den Ursachen dieses Phänomens auf Basis ihrer Daten nicht. Möglicherweise hat die Tatsache, daß Patienten an Feiertagen oft verzögert ärztliche Hilfe suchen, sich ungünstig ausgewirkt. Auch personelle Änderungen in medizinischen Einrichtungen an den Feiertagen kommen als eine Ursache in Frage.

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