Ärzte Zeitung, 22.06.2005

Marfan-Syndrom oft zu spät diagnostiziert

NEU-ISENBURG (eb). Immer noch ist das Bewußtsein für das Marfan-Syndrom in Deutschland nicht genug ausgeprägt, so daß Diagnose und Therapie oft zu spät beginnen.

In Deutschland sind etwa 8000 Menschen am Marfan-Syndrom erkrankt. Bei den Patienten sei eine regelmäßige Überwachung der Aorta und der Herzklappen lebenswichtig, so Martina Vogler, Beirätin der Marfan-Hilfe in Eutin.

Besonders wichtig ist die medizinische Versorgung erkrankter Kinder, wie es in einer Mitteilung des Bundesverbandes Herzkranker Kinder heißt. Unter den Kindern mit angeborenen Herzfehlern seien Marfan-Patienten besonders auf eine spezialisierte und interdisziplinäre Therapie angewiesen, so Hermine Nock, Geschäftsführerin des Bundesverbandes. Eine umfassende Information der Eltern und die genetische Beratung der Heranwachsenden seien unbedingt erforderlich.

Das Marfan-Syndrom ist eine genetisch bedingte Erkrankung, die etwa aufgrund einer Bindegewebsschwäche zu Herzfehlern führt. Wie auf dem Marfan-Tag 2005 in Münster in Westfalen berichtet wurde, haben 87 Prozent der Patienten Veränderungen am Herzen oder an der Aorta. Zudem haben die Patienten Schäden an Linsen und Netzhaut.

Weitere Infos bei der Marfan-Hilfe e.V., Postfach 0145, 23691 Eutin, kontakt@marfan.de, www.marfan.de, Telefon: 07 00 / 22 33 4000

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »