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Ärzte Zeitung, 29.06.2005

DLRG mahnt zur Vorsicht an Seen

Mehrere Badeunfälle mit Toten / Meist wird das Leistungsvermögen überschätzt

BAD NENNDORF (ddp.vwd). Die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) ist wegen der hohen Zahl tödlicher Badeunfälle in nicht überwachten Gewässern alarmiert. Auch am letzten Wochenende seien erneut mehrere Badende in Seen und Flüssen ums Leben gekommen, sagte DLRG-Generalsekretär Ludger Schulte-Hülsmann der Nachrichtenagentur ddp in Bad Nenndorf.

Vor allem ältere Männer überschätzten mitunter ihre körperliche Leistungsfähigkeit und riskierten bei schon vorhandener Herz-Kreislauf-Schwäche einen Infarkt, warnte der DLRG-Experte. Auch die Belastungen durch große Unterschiede zwischen der Luft- und der Gewässertemperatur und nicht sichtbare Strömungen würden oft unterschätzt.

Im vergangenen Jahr kamen nach DLRG-Angaben bei Badeunfällen in Deutschland 470 Menschen ums Leben, 2003 waren es sogar 644. 692 Personen wurden im vergangenen Jahr von DLRG-Rettungsschwimmern vor dem Ertrinken bewahrt.

Die DLRG verzeichnet seit Jahren eine stetig sinkende Zahl an Schwimmprüfungen. Der DLRG-Generalsekretär verwies darauf, daß zum einen die zunehmenden Schließungen von öffentlichen Freibädern in immer mehr Kommunen die Badegäste auf nicht bewachte und häufig auch nicht freigegebene Gewässer ausweichen ließen. Zum anderen suchten offenbar auch viele Ausflügler durch den Besuch von Badeseen und Flüssen nach individuellen Freiheiten, die sie in Freibädern nicht geboten bekommen.

Schulte-Hülsmann riet dazu, bei Besuchen an Bagger-, Badeseen und Flüssen das eigene Leistungsvermögen kritisch einzuschätzen. Besonders gefährlich seien nächtliche Unternehmungen an unbekannten Gewässern.

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