Ärzte Zeitung, 21.04.2006

Nanopartikel markieren gefährliche Stenosen

Neue Diagnosetechniken bei KHK / Minimal-invasive Herzklappen-Reparatur erspart vielen Patienten künftig Op

MANNHEIM (skh / gwa). Neue Diagnosetechniken und Therapien sind ein wichtiges Thema auf dem Kardiologenkongreß in Mannheim. Beispiele sind der Einsatz von molekularen Markern in der Atherosklerosediagnostik und minimal-invasive Herzklappen-Operationen.

"Die Kardiologie ist im molekularen Zeitalter angekommen," sagte Professor Rainer Dietz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), gestern beim der Jahrestagung der Gesellschaft in Mannheim. Verfahren der molekularen Bildgebung stünden Kardiologen schon heute als Ergänzung zur Koronarangiographie zur Verfügung, berichtete Dietz.

Durch Mehrschichten-Computertomographie und kardiales MRT in Verbindung mit molekularen Markern könnten nicht nur hochgradige, sondern auch schwach ausgeprägte, aber vulnerable Verengungen der Herzkranzarterien im Frühstadium erkannt werden. Dies gelingt etwa durch die Markierung von Makrophagen in Restenosierungsherden mit Nanopartikeln. Makrophagen und andere Entzündungszellen reichern sich in entzündlich veränderten Gefäßwänden an.

Herzspezialist Professor Karl-Heinz Kuck aus Hamburg prognostizierte, daß künftig viele Patienten mit Herzklappen-Krankheiten minimal-invasiv mittels Katheter behandelt werden. Bisher ist das in Deutschland bei etwa 15 Patienten mit Mitralklappen-Problemen und bei etwa 40 mit Erkrankungen der Aortenklappen gemacht worden.

Bei stenosierten Aortenklappen etwa wird die alte Klappe mit einem Ballon an die Gefäßwand gepreßt. Über einen zweiten Katheter wird dann eine neue Klappe eingesetzt.

Insuffiziente Mitralklappen werden mittels einer Metallspange wieder dicht gemacht (wie berichtet). Diese Spange wird über die Leiste in die Herzvene eingesetzt, die um die Klappe läuft. Pro Jahr werden bei etwa 30 000 Patienten Herzklappen-Erkrankungen festgestellt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »