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WM-Stadien und alle Fußballteams werden mit Defibrillatoren ausgestattet

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Aus Anlaß der Fußball-Weltmeisterschaft werden alle zwölf deutschen WM-Stadien mit halbautomatischen Defibrillatoren ausgestattet, und auch die teilnehmenden 32 Mannschaften erhalten diese lebensrettenden Geräte.

Das Unternehmen Philips hat insgesamt 125 "Heart-Start"-Defibrillatoren kostenlos zur Verfügung gestellt, wie eine Unternehmenssprecherin zu "Forschung und Praxis" sagte. Die halbautomatischen Geräte können aufgrund der visuellen und sprachlichen Anweisungen auch von medizinischen Laien angewendet werden.

Plötzlicher Herztod - jedes Jahr 100 000 Tote in Deutschland

Die Maßnahme ist insofern zu begrüßen, als in Deutschland jedes Jahr etwa 100 000 Menschen den plötzlichen Herztod sterben. Prinzipiell könnte die Prognose vieler Betroffener mit Kammerflimmern oder Tachykardie besser sein, wenn noch vor Ort frühzeitig, also binnen fünf Minuten, erste Hilfe mit Defibrillation geleistet würde.

Denn die Frühdefibrillation ist dann die wichtigste Maßnahme. Deshalb ist die Installation von halbautomatischen Defibrillatoren (automatische externe Defibrillatoren, AED) an öffentlichen Plätzen, wo auch geschulte Nichtmediziner eine Defibrillation vornehmen können, von großem Interesse. Darauf hat in Mannheim Professor Hans-Joachim Trappe vom Marienhospital Herne der Ruhr-Universität Bochum hingewiesen.

Im Vergleich zu anderen europäischen Staaten hat Deutschland bei der Verwendung von halbautomatischen Defibrillatoren einigen Nachholbedarf. Obwohl viele Studien den Nutzen der Frühdefibrillation belegen, ist die Situation in Deutschland "desillusionierend und enttäuschend", so Trappe.

Es gebe nur einige private Organisationen, die in Eigeninitiative einige AED-Programme betreiben würden. Von einer flächendeckenden Versorgung sei man aber noch weit entfernt, beklagte der Kardiologe. Den Hauptgrund sieht er darin, daß die Übernahme der Kosten nicht geklärt ist.

Bei der Frühdefibrillation haben andere Staaten die Nase vorn

Weiter sei man hier inzwischen zum Beispiel in Österreich. Dort sind 1100 AED installiert und 4700 Ersthelfer ausgebildet. Bessere Verhältnisse bestehen nach Angaben von Trappe auch bei unseren französischen und britischen Nachbarn: In Frankreich gibt es ein nationales AED-Gesetz, und auch in Großbritannien wird die Frühdefibrillation mit 700 installierten AED wesentlich konsequenter betrieben als in Deutschland.

Über die jährlich sechsstellige Zahl an Toten infolge des plötzlichen Herztodes rege sich in Deutschland allerdings kaum jemand auf. Dabei "sterben an dieser Krankheit so viele Menschen, wie wenn jeden Tag ein Jumbojet abstürzen würde", sagte Trappe. Zudem sei die Erfolgsrate der Reanimationen sehr dürftig: "93 Prozent der Patienten sterben nach einer Reanimation." (sko / mar)

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