Ärzte Zeitung, 23.11.2006

Alarm für Herz und Hirn bei Albuminurie

Patienten mit Nierenschaden haben oft weitere Risikofaktoren / Neue Daten aus Framingham-Studie

FRAMINGHAM (Rö). Neue Studiendaten bestätigen, wie wichtig es ist, bei Patienten mit Nierenschaden - also etwa bei einer Albuminurie beim Gesundheitscheck ab 35 - die wichtigen kardiovaskulären Risikofaktoren zu überprüfen.

Denn: Die Wahrscheinlichkeit ist auch bei einem leichten Nierenschaden hoch, daß Betroffene weitere Risikofaktoren und damit ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko haben. Über Daten der bekannten Framingham Herz-Studie berichten jetzt Dr. Caroline S. Fox aus Framingham und ihre Kollegen (Arch Intern Med 166, 2006, 1884).

Die Wissenschaftler werteten Daten von 3258 Teilnehmern ohne und mit chronischer Nierenerkrankung aus. Diese wurde anhand der glomerulären Filtrationsrate (GFR) definiert: weniger als 59 ml/min pro 1,73 m2 Körperoberfläche bei Frauen und weniger als 64 ml/min pro 1,73 m2 bei Männern.

Studienteilnehmern mit Nierenschaden hatten gehäuft zusätzliche kardiovaskulären Risikofaktoren. Ein niedriges HDL-Cholesterin hatten 45 Prozent im Vergleich zu 29 Prozent mit normaler GFR. Zu hohe Blutdruckwerte wurden bei 71 Prozent im Vergleich zu 43 Prozent gefunden.

Und trotz Therapie war nur bei 27 Prozent der Teilnehmer mit Nierenschaden der Blutdruck genügend gesenkt (Vergleichsgruppe: 46 Prozent). Ein erhöhtes LDL-Cholesterin hatten 61 Prozent im Vergleich zu 45 Prozent. Schließlich waren mit 24 Prozent im Vergleich zu 12 Prozent ein signifikant höherer Anteil der Patienten Diabetiker.

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