Ärzte Zeitung, 05.03.2007

Zahnärzte können etwas für Gefäßschutz tun

Intensive Behandlung bei schwerer Parodontitis verbessert vasodilatatorische Funktion arterieller Gefäße

FARMINGTON (ob). Wer sich wegen ausgeprägter Parodontitis in zahnärztliche Behandlung begibt, tut nicht nur etwas für den Erhalt seiner Zähne. Auch auf Herz und Gefäße scheint sich eine konsequente Parodontitis-Behandlung günstig auszuwirken.

Darauf lassen im Fachblatt "New England Journal of Medicine" (256, 2007, 911) publizierte Daten einer Forschergruppe um Dr. Maurizio Tonetti aus Farmington im US-Bundestaat Connecticut schließen. Die Untersucher haben 120 Personen mit schwerer Parodontitis zwei Behandlungsgruppen zugeteilt.

In der Kontrollgruppe erhielten alle Probanden eine professionelle Zahnreinigung mit Entfernung des oberhalb des Zahnfleischrandes gelegenen Zahnbelags. In der zweiten Gruppe ging man wesentliche intensiver vor. Hier gehörten auch die Entfernung aller subgingival gelegenen Zahnplaques mittels Kürretage, eine anschließenden Wurzelglättung sowie das Einbringen eines Antibiotikums in die Zahntaschen zur Behandlung.

Auswirkungen beider Interventionen auf die Gefäßfunktion wurden per sonografischer Messung der endothelabhängigen Vasodilatation überprüft. Unmittelbar nach der Behandlung war die arterielle Gefäßrelaxation als Maß für die Endothelfunktion in der intensiver behandelten Gruppe signifikant schlechter als in der Kontrollgruppe.

Nach drei und sechs Monaten kehrte sich das Bild jedoch um: Zu diesen Zeitpunkten waren es die Probanden mit intensiver Parodontitis-Behandlung, bei denen die endothelvermittelte Vasodilatation im Vergleich stärker ausgeprägt war. Die daran ablesbare Verbesserung der Endothelfunktion korrelierte mit der Reduktion parodontitischer Veränderungen im Zahnhalteapparat.

Nach Ansicht der Autoren stützen diese Befunde epidemiologische Beobachtungen, wonach chronische Entzündungsprozesse im Zahnbereich das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen erhöhen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. Offenbar fällt es aber schon Kindern schwer, ihre Bewegungsmuster zu ändern. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethische Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »