Ärzte Zeitung, 28.03.2007

BUCHTIPP DES TAGES

Messverfahren für Herz und Kreislauf

Hightech-Geräte alleine machen noch lange keine gute Medizin, aber Geräte und vor allem Messtechnik können das Verständnis für Körperfunktionen fördern. Deshalb ist das in erster Auflage im UNI-MED Verlag erschienene Buch "Hämodynamisches Monitoring" auch für außerhalb der Klinik tätige Kollegen interessant. Denn wer Messmethoden und Einflüsse auf Organperfusion, Gewebezirkulation und Oxygenierung kennt, hat auch ein solides Basiswissen über die Funktionen von Herz und Kreislauf.

Der Autor Professor Joachim Boldt ist an der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin am Klinikum Ludwigshafen tätig. Er erläutert in jedem Abschnitt sowohl die physikalischen als auch die pathophysiologischen Hintergründe zu den Messverfahren: So werden etwa die Begriffe der kardialen Vor- und Nachlast erklärt. Auch lohnt es sich nachzulesen, was die in der oberen Hohlvene gemessene zentral-venöse Sauerstoffsättigung von der in der Arteria pulmonalis gemessenen gemischt-venösen Sättigung unterscheidet.

Das Werk ist optisch ansprechend gestaltet und gut strukturiert. Viele Fotostrecken und farbige Abbildungen illustrieren zum Beispiel Punktionstechniken. In Schemadarstellungen, Tabellen und Grafiken werden pathophysiologische Zusammenhänge sichtbar. Grundlagen, Anwendung, Grenzen und Gefahren der Herz-Kreislauf-Überwachung sind in dem Buch interessant aufbereitet. Davon können auch Kollegen, die weder intensivmedizinisch noch anästhesiologisch tätig sind, profitieren. (skh)

Joachim Boldt: Hämodynamisches Monitoring. UNI-MED Verlag, Bremen 2007. 1. Auflage, 154 Seiten, 44,80 Euro, ISBN: 978-3895992162

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »