Ärzte Zeitung, 12.07.2007

Ramipril schützt auch die Gefäße alter Menschen

Nachträgliche Auswertung einer großen Studie hat ergeben: ACE-Hemmer beugt Herzinfarkt und Schlaganfall vor

VARESE (ner). Ramipril eignet sich als Erstlinientherapie zur Sekundärprävention kardiovaskulärer Symptome bei Patienten über 70 Jahre. Den Wirkstoff empfehlen italienische und US-amerikanische Kollegen nach der neuen Auswertung einer großen Studie.

Nach Herzinfarkt ist regelmäßiges Blutdruckmessen Pflicht. Ramipril senkt die Rate von Ereignissen. Foto: Klaro

Erstmals haben die Wissenschaftler die Auswirkungen einer Langzeittherapie mit einem ACE-Hemmer bei alten Patienten mit Gefäßkrankheiten oder Diabetes mellitus analysiert. Demnach müssen 18 Patienten 4,5 Jahre mit Ramipril behandelt werden, damit ein schweres kardiovaskuläres Ereignis wie Herzinfarkt oder Schlaganfall verhindert wird. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Dr. Monica Gianni aus Varese in Italien (EHJ 28, 2007, 1382).

Als Grundlage diente den Forschern die HOPE*-Studie. Von den mehr als 9000 Teilnehmern dieser Studie hatten 2700 Patienten älter als 70 Jahre randomisiert 10 mg Ramipril oder Placebo erhalten. Knapp fünf Jahre lang wurden sie beobachtet. Innerhalb dieses Zeitraums hatten 24 Prozent der Patienten mit Placebo ein schweres kardiovaskuläres Ereignis und knapp 19 Prozent mit dem ACE-Hemmer. Der Unterschied war signifikant.

Die Herzinfarktraten betrugen mit ACE-Hemmer zwölf Prozent, mit Placebo dagegen 16 Prozent. Die Schlaganfallrate lag bei über 5 Prozent im Vergleich zu knapp 8 Prozent mit Placebo. Diese Unterschiede waren ebenfalls signifikant. Der protektive Effekt sei damit sogar deutlich stärker als bei den jüngeren Patienten der HOPE-Studie, betont Gianni.

Befürchtungen, dass mit der ACE-Hemmer-Therapie bei alten Menschen gehäuft unerwünschte Wirkungen auftreten, bestätigten sich nicht. Der ACE-Hemmer wurde im allgemeinen gut vertragen, Symptome wie Angioödeme, Hypotension oder Hyperkaliämie waren selten. Die Kardiologen empfehlen, die Ramipril-Dosis über vier Wochen langsam zu steigern, beginnend mit 2,5 mg täglich.

HOPE ist eine Studie mit 9300 Patienten, die ein hohes kardiovaskuläres Risiko hatten. Die nun vorliegende Studie ist eine nachträgliche Analyse der Subgruppe der alten Studienteilnehmer: 2400 waren 70 bis 79 Jahre alt, 260 waren über 80.

*HOPE bedeutet Heart Outcomes Prevention Evaluation

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