Ärzte Zeitung, 23.07.2007

Herzschutz für Patienten mit Anthrazyklin-Chemo

Dexrazoxan senkt Rate kardialer Ereignisse um Faktor zehn / Wirksamkeit bei Frauen mit Brustkrebs belegt

NÜRNBERG (eim). Für Krebspatienten, die eine Chemotherapie mit Anthrazyklin erhalten, gibt es seit kurzem ein effektives Kardioprotektivum. Der Chelatbildner Dexrazoxan (Cardioxane®) schützt vor irreversiblen Herzschädigungen.

Bei Patientinnen mit Mamma-Ca etwa ist die Behandlung mit Anthrazyklin-basierten Schemata Standard. Ein großer Nachteil dabei sei jedoch deren Kardiotoxizität, hat Professor Leszek Wojnowski von der Universitätsklinik in Mainz erinnert. Schützen lasse sich das Herz bei dieser Therapie durch Dexrazoxan. In mehreren Studien sei der klinische Nutzen des Präparats bereits nachgewiesen worden, hat Wojnowski bei einer von Novartis Oncology unterstützten Veranstaltung in Nürnberg berichtet.

Ein Beispiel ist eine Studie mit 150 Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs, die eine Kombitherapie mit dem Anthrazyklin Doxorubicin, 5-Fluorouracil und Cyclophosphamid bekamen. Die Herzinsuffizienz-Rate am Ende der Studie war bei den Frauen, die zusätzlich Dexrazoxan erhielten, zehnmal niedriger als bei den Frauen der Kontrollgruppe ohne diese Therapie: 2,6 Prozent der Patientinnen litten an Herzinsuffizienz, in der Kontrollgruppe jedoch 27 Prozent - und das, obwohl die Patientinnen im Dexrazoxan-Arm höhere Anthrazyklin-Dosen erhalten hatten.

Eine weitere Studie bei 164 Frauen mit metastasiertem Mamma-Ca belegt, dass Dexrazoxan das Herz auch bei Epirubicin-haltiger Therapie schützt. Wurde zur Chemotherapie Dexrazoxan hinzugefügt, betrug die Rate der Patienten mit kardialen Ereignissen mit Dexrazoxan 2,4 Prozent, ohne Dexrazoxan 23 Prozent.

Bei der Zusatztherapie mit dem Chelatbildner verschlechtern sich klinisch relevante Parameter wie die progressionsfreie Überlebenszeit und das Gesamtüberleben nicht, wie eine Metaanalyse ergab. Die antitumorale Effektivität der Anthrazykline werde durch die Komedikation mit Dexrazoxan nicht beeinträchtigt, sagte Wojnowski. Die Daten zum progressionsfreien und Gesamtüberleben seien in den Verum- und Kontrollarmen ähnlich gewesen.

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