Ärzte Zeitung, 11.02.2009

Höhere Lebenserwartung durch bessere PAH-Therapie

Meta-Analyse belegt Reduktion der Sterberate bei pulmonal-arterieller Hypertonie

BOLOGNA (ob). Durch Fortschritte in der medikamentösen Therapie bei pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH) ist die Überlebensrate der Patienten deutlich verbessert worden. Dies ist nun erstmals in einer Meta-Analyse aller placebokontrollierten Studien dokumentiert worden.

Arzt bei der Echokardiografie. Sie ist die wichtigste nicht-invasive Screening-Methode bei Verdacht auf pulmonal-arterielle Hypertonie.

Foto: Klaro

Bei PAH gibt es keine Heilung. Neue Medikamente (Endothelinantagonisten, Phosphodiesterasehemmer, Prostanoide) machen es aber heute möglich, bei PAH-Patienten Symptome, Belastungskapazität und hämodynamische Parameter günstig zu beeinflussen. Auch die Prognose wird verbessert. Als Beleg dafür wurden bisher Vergleiche mit historischen Kontrollgruppen aus PAH-Registern aus der Zeit vor Einführung der neuen Therapien herangezogen.

Beweiskräftiger wäre der Nachweis der Prognoseverbesserung in einer Studie mit Placebokontrolle. Die vorliegenden placebokontrollierten PAH-Studien sind jedoch in der Regel klein, von relativ kurzer Dauer und zumeist auf den Nachweis einer verbesserten Belastbarkeit (Gehstreckenverlängerung) ausgerichtet.

Um dennoch Aufschluss über mögliche Effekte der geprüften Therapien auf die Mortalität zu erhalten, hat ein Forscherteam um Professor Nazzareno Galiè aus Bologna die Daten von 21 zwischen 1990 und 2008 publizierten placebokontrollierten Studien in einer Meta-Analyse kombiniert ausgewertet (European Heart Journal online). An diesen Studien, in denen Endothelinantagonisten, Phosphodiesterasehemmer oder Prostanoide ihre Wirksamkeit beweisen sollten, waren insgesamt 3140 PAH-Patienten beteiligt.

Die Behandlung erstreckte sich im Schnitt über 14,3 Wochen. Trotz relativ kurzer Dauer war die Behandlung mit den geprüften Wirkstoffen mit einem deutlichen Überlebensvorteil assoziiert: Die Gesamtsterberate war signifikant um 43 Prozent niedriger als in der Kontrollgruppe (1,54 versus 3,8 Prozent). Bei den Klinikeinweisungen war eine Reduktion um 61 Prozent zu verzeichnen.

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