Ärzte Zeitung online, 12.01.2010
"Ich
glotz TV" - Wer zuviel guckt, stirbt eher
SYDNEY (dpa). Dauerglotzer, die jeden Tag mindestens
vier Stunden vor dem Fernseher hängen, leben kürzer.
Davor warnen australische Ärzte. Schuld ist allerdings nicht
das Fernsehen selbst, sondern die mangelnde Bewegung während
des langen Sitzens auf dem Sofa, betonen Dr. David Dunstan vom Herz- und
Diabetesinstitut in Melbourne und seine Kollegen.

Bewegungslos vor dem Fernseher zu liegen oder zu sitzen, verkürzt die Lebensdauer.
Foto: © Amir Kaljikovic / fotolia.com
Sie hatten 8800 Australier über sechs Jahre
beobachtet und untersucht. Wer jeden Tag mehr als vier Stunden vor dem
Flimmerkasten saß, hatte ein fast doppelt so hohes Risiko,
vorzeitig an Herzkreislaufleiden zu sterben, wie Leute, die weniger als
zwei Stunden am Tag fernsahen (Circulation online vorab).
Problem sei das regungslose Sitzen. "Dann bewegen sich die
Muskeln nicht, wir verbrennen keine Energie", erläuterte
Dunstan. Das behindere den Stoffwechsel. "Die Risiken durch das lange
Sitzen werden nicht unbedingt dadurch reduziert, dass der Betroffene
mehr Sport treibt", unterstrich er. "Selbst Leute, die Sport trieben,
hatten ein höheres Risiko, früh zu sterben, wenn sie
zu anderen Zeiten des Tages lange vor dem Fernseher saßen."Insgesamt starben knapp anderthalb Mal so viele von den Vielguckern,
über alle Todesursachen betrachtet, war das Sterberisiko von
Dauerfernsehern in der Studie rund anderthalb Mal so hoch wie bei
Probanden mit wenig Fernsehkonsum.
Die Botschaft sei klar: Um gesund zu leben, müsse man
Sport treiben und langes Sitzen vermeiden. "Denken Sie daran, sich mehr
und öfter zu bewegen." Das gelte auch bei der Arbeit, betonten
die Forscher. Sie schlugen Firmen vor, einen zentralen Papierkorb oder
eine zentrale Postsammelstelle einzurichten, damit Mitarbeiter
öfter am Tag aufstehen und sich bewegen müssen.
Abstract der Studie "Television Viewing Time
and Mortality. The Australian Diabetes, Obesity and Lifestyle Study
(AusDiab)"
Die Musik zum Thema: "TV-Glotzer" von Nina
Hagen
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