Kräftiger Händedruck - langes Leben?

LEIDEN (ner). Der Handschlag zur Begrüßung eines alten Menschen sagt mehr über den Gesundheitszustand aus, als mancher denkt. Eine abnehmende Handkraft, berichten niederländische Kollegen, sei signifikant mit der Sterberate assoziiert.

Veröffentlicht:
Ein starker Händedruck ist ein Zeichen von Vitalität © Alexander Raths / fotolia.com

Ein starker Händedruck ist ein Zeichen von Vitalität © Alexander Raths / fotolia.com

© Alexander Raths / fotolia.com

Die Messung der Handkraft per Dynamometer sollte Teil der geriatrischen Untersuchung werden. Das ist die Auffassung von Dr. Carolina H. Y. Ling von der Universität Leiden und ihren Kollegen. Mithilfe der Messwerte könne man bei alten Menschen unter anderem das Risiko für künftige Behinderungen abschätzen. Die Ärztin folgert dies aus einer prospektiven Studie mit 555 Einwohnern aus Leiden im Alter von 85 Jahren (CMAJ online).

Die Gerontologen hatten bei ihnen die Handkraft mit einem Dynamometer bestimmt und dies, wenn möglich, im Alter von 89 Jahren wiederholt - dies war bei etwas mehr als der Hälfte der Teilnehmer möglich gewesen.

Die Handkraft nahm in den vier Jahren bei Frauen von durchschnittlich 18,7 kg auf 16,4 kg ab, bei Männern von 30,6 auf 25,6 kg. Menschen mit schwachem Händedruck hatten signifikant gehäuft kardiovaskuläre Krankheiten, hatten schlechtere Werte im Mini Mental Status Test und waren eher depressiv als Teilnehmer mit vergleichsweise starkem Händedruck. Auch wies ein schwacher Händedruck auf Behinderungen im täglichen Leben hin. Jedes Jahr nahm die Handkraft im Mittel um 1,5 kg ab, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Je schneller dies geschah, desto größer war das Sterberisiko.

Der Grund für die enge Korrelation von Handkraft und Sterberate ist unklar. Die Muskelkraft könnte ein Surrogatparameter für andere Faktoren sein, die die Mortalität beeinflussen.

Aus anderen Studien ist bekannt, dass, wenn es gelingt, die physische Kraft bei alten Menschen beizubehalten, auch die Sterblichkeit reduziert wird. Insofern, so Ling und ihre Kollegen, biete die Studie für Hausärzte eine Grundlage dafür, präventiv bei geriatrischen Patienten tätig werden zu können. So ist Bewegungsmangel in der wachsenden Gruppe der hochbetagten Menschen ein großes Gesundheitsproblem. Mit dem Test ließen sich auch Strategien zur Erhaltung der Muskelkraft bewerten, so die Gerontologen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Treat-to-Target-Strategie

Gicht: Mit der Harnsäure sinkt auch das kardiovaskuläre Risiko

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann

Lesetipps
Beratung Ärztin und Patientin

© Krakenimages.com / stock.adobe.com

Praktische Tipps

Beratungsfall Patientenverfügung – worauf es ankommt