Ärzte Zeitung, 23.09.2010

Neue Herzklappe per Katheter rettet Patienten das Leben

Sterberate bei Aortenstenose dramatisch verringert / Erste randomisierte Studie

WASHINGTON (ob). Schwerkranke Patienten mit fortgeschrittener Aortenstenose, bei denen ein chirurgischer Herzklappenersatz nicht mehr infrage kommt, können jetzt auf ein neues Behandlungsverfahren hoffen, das ihre Prognose dramatisch verbessert.

Neue Herzklappe per Katheter rettet Patienten das Leben

Aortenstenose: Klappenersatz per Katheter.

© Edwards Lifesciences

Als neue Option für Hochrisikopatienten mit schwerer Aortenstenose hat die minimal-invasive Implantation einer Aortenklappe mittels Herzkatheters - auch Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) genannt - ihre erste klinische Prüfung in einer randomisierten Studie mit Bravour bestanden. Bei dieser Methode wird eine biologische Herzklappe, die auf der Spitze eines Herzkatheters montiert ist, bis zur Aortenklappe vorgebracht und dort bei schlagendem Herzen fixiert.

An der jetzt bei einem Kongress in Washington vorgestellten und zeitgleich publizierten Studie (NEJM online) waren 358 Patienten mit schwerer Aortenstenose beteiligt, bei denen eine Operation aufgrund bestehender Risiken inakzeptabel erschien. Sie sind nach Zufallsauswahl entweder mit dem TAVI-Verfahren (Sapien-Klappe von Edwards Lifesciences) behandelt worden oder erhielten die übliche Standardtherapie.

Die Bilanz nach einem Jahr ist beeindruckend: Während in der in üblicher Weise behandelten Gruppe jeder zweite Patient gestorben war (50,7 Prozent), betrug die Gesamtsterberate in der TAVI-Gruppe 30,7 Prozent.

Aus dieser Reduktion lässt sich errechnen: Nur fünf Patienten mussten mit dem TAVI-Verfahren behandelt werden, um ein Menschenleben zu retten. Wurden außer Todesfällen auch Wiedereinweisungen in die Klinik als Endpunkt berücksichtigt, war die Reduktion der Ereignisrate nicht weniger beeindruckend (42,5 versus 71.6 Prozent).

Lesen Sie dazu auch:
Neuer Standard in der Therapie bei schwerer Aortenstenose

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »