Ärzte Zeitung, 20.12.2010

Vitamin-D-Mangel verkürzt die Lebenserwartung

Vitamin D ist unverzichtbar für den Körper. Wie wichtig das natürliche Steroid ist, hat eine Studie aus Finnland bestätigt: Vitamin-D-Mangel verdoppelt die Sterberate.

Vitamin-D-Mangel verkürzt die Lebenserwartung

Häufige Mahlzeiten mit Seefisch sind gut für die Vitamin-D-Speicher.

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KUOPIO (hub). In die Populationsstudie wurden 552 Männer und 584 Frauen im Alter von 53 bis 73 Jahren einbezogen. Keiner der Teilnehmer hatte zu Studienbeginn eine kardiovaskuläre oder Krebserkrankung. Der Beobachtungszeitraum betrug gut neun Jahre. In dieser Zeit starben insgesamt 87 Teilnehmer, 35 davon an kardiovaskulären Erkrankungen (Eur J Nutr online). Dr. Jyrki K. Virtanen von der Uni Ost-Finnland in Kuopio und seine Kollegen haben bei der Auswertung der Daten eine inverse Beziehung zwischen den Serum-25-OHD-Konzentrationen - als Maß für die Vitamin-D-Spiegel - und der Sterberate gefunden.

Dazu wurden die Teilnehmer je nach Serum-25-OHD-Gehalt in drei Gruppen eingeteilt. Im unteren Tertil lag der 25-OHD-Wert unter 14 ng/ml, im mittleren Tertil bei 14 bis 20 ng/ml und im oberen bei bis zu 45 ng/ml. Verglichen mit dem oberen Tertil war die Sterberate bei den Teilnehmern im mittleren Tertil um das 1,7-fache und bei jenen im unteren Tertil um das 2,1-fache erhöht.

Vitamin-D-Mangel verkürzt die Lebenserwartung

Auch im Winter wichtig für Vitamin D: Aufenthalte in der Sonne.

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Solche Beziehungen wurden bereits in anderen Studien gefunden, schreiben die Autoren in der Diskussion, und zwar nicht nur bezogen auf die Gesamtsterberate. So habe etwa die Studie NHANES III aus den USA ergeben, dass die kardiovaskuläre Sterberate um so höher ist, je niedriger der Serum-25-OHD-Gehalt ist.

Der exakte Mechanismus, wie Vitamin D vor Tod schützt, müsse noch geklärt werden, so die finnischen Kollegen. Sie weisen auch daraufhin, dass niedrige Vitamin-D-Spiegel mit Typ-2-Diabetes, Hypertonie, Infektionen und Krebserkrankungen assoziiert seien. Vitamin-D-Mangel sei zudem mit Atherosklerose, Zunahme der Intima-media-Dicke in der Carotis, Adipositas und Fettstoffwechselstörungen verknüpft.

Der Sicherheit einer Hochdosis-Supplementation von Vitamin D sei bisher nur in kürzeren Studien untersucht worden. Danach sei die Supplementation sicher. Was aber noch ausstehe, seien Studien zum Nutzen einer Hochdosis-Therapie mit Vitamin D, fordern die Forscher.

[23.12.2010, 06:52:32]
Dr. Johannes Scholl 
Vitamin D-Winter auf dem 50. Breitengrad ca. von Mitte Oktober bis Ende März
Wichtiger Kommentar der Kollegin! Der "Vitamin D-Winter" auf dem 50. Beitengrad dauert ca. von Mitte Oktober bis Ende März. Die UVB-Strahlen (290-315 nm) kommen wegen des tiefen Sonnenstandes nicht durch die Atmosphäre durch. Nicht mal in der Höhe im Skiurlaub bildet man Vitamin D; man bekommt zwar evtl. einen Sonnenbrand, aber den verursachen die UVA-Strahlen, die längerwellig sind. Hier kann man die Theorie zum Vitamin D-Winter nachlesen: D Engelsen O et al., Photochemistry and Photobiology 2005; 81: 1287-1290.
Dr. med. Johannes Scholl,
Vorsitzender der Deutschen Akademie für Präventivmedizin, www.akaprev.de, Rüdesheim
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[21.12.2010, 10:44:42]
Maren Reed 
Sonne und Vitamin D im Winter
Zu dem o.g. Artikel ist unbedngt anzumerken, dass ein Aufenthalt in der Sonne im Winter zwar schön ist und dass das Licht auch positive Auswirkungen auf das Wohlbefinden hat, für die Vitamin D Produktion in unseren Breitengraden ist er jedoch völlig irrelevant. Die Sonne steht so tief, dass keine UVB Strahlen auf die Haut treffen und somit auch kein Vitamin D produziert wird.
Da helfen dann nur Solarien, mit entsprechenden UVB-Röhren oder Supplemente. zum Beitrag »

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