Ärzte Zeitung, 10.05.2011

Permanent erhöhte Creatinkinase-Werte sind abzuklären!

CK-Erhöhung ohne ersichtlichen Grund sollte man nicht ignorieren. Es könnte etwas Ernsthaftes dahinter stecken.

WIESBADEN (ner). Bei einem scheinbar asymptomatischen Patienten mit erhöhter Serum-CK (Creatinkinase) sollte man zunächst klären, ob tatsächlich eine persistierende Erhöhung vorliegt. Das empfiehlt der Neurologe Professor Reinhard Dengler von der MH Hannover.

Frühestens nach 48, besser erst nach 72 Stunden sollte die Kontrollbestimmung erfolgen, und zwar mit der Maßgabe an den Patienten, dass vorher keine körperliche Belastung stattfinden darf, sagte Dengler beim Internistenkongress in Wiesbaden.

"Ist die CK dann wieder erhöht, würde ich die Isoenzyme bestimmen lassen", so Dengler. Da die CK aus den zwei Untereinheiten CK-M und CK-B gebildet wird, ergeben sich drei dimere Isoenzyme: CK-MM kommt im Skelettmuskel vor, CK-MB im Myokard, CK-BB ist der Gehirntyp.

In manchen Fällen kann eine Makro-CK-Ämie vorliegen. Makro-CK sind CK-Varianten mit hoher Molekülmasse, die eine hohe CK-Konzentration im Serum vortäuschen. Bei der Makro-CK-Ämie Typ 1 binden Antikörper vor allem an CK-BB (Gehirntyp). Die Makro-CK Typ 2 ist mitochondriale CK in oligomerer Form; es besteht oft die Assoziation mit schweren Krankheiten wie Tumoren.

Sind medikamentös-toxische Ursachen, infrage kommende Begleiterkrankungen und hohe körperliche Belastungen ausgeschlossen, sollte der Patient in ein Zentrum für neuromuskuläre Erkrankungen überwiesen werden, empfiehlt Dengler. Dort könne oft schon allein mit Hilfe einer Elektromyografie grob zwischen Erkrankungen myogenen und neurogenen Ursprungs differenziert werden.

Aber auch bei beschwerdefreien Patienten mit geringer CK-Erhöhung sollte eine Klärung erfolgen. Dies könne ein Hinweis auf eine Anlage zur zwar seltenen, aber im Falle einer Operation womöglich fatal verlaufenden malignen Hyperthermie sein, so Dengler. Daher sollte möglichst eine Muskelbiopsie erfolgen, die entsprechende Hinweise liefern könne.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »